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Pechsteins Groll?

Lebensgefährte der gesperrten Eisschnellläuferin setzte Bundestagsabgeordnete unter Druck

Von Thomas Kistner

Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages.
Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. (Dagmar Freitag / Frank Ossenbrink)

Das Bundesinnenministerium erhielt diese Woche alarmierende Mitteilungen von zwei Bundestagsabgeordneten, die sich von Claudia Pechsteins Lebensgefährten Matthias Große unter Druck gesetzt fühlen.

Dagmar Freitag, Chefin des Bundestags-Sportausschusses, und der dortige SPD-Obmann Martin Gerster berichten über belästigende und bedrohliche Anrufe des Berliners, den Pechstein in ihrer Biografie als "Mann an meiner Seite" beschreibt. Freitag sagt, sie habe Große auch "auf die Liste nicht erwünschter Personen" im Bundestag setzen lassen, Besucher dort müssen sich ausweisen. Das gewährleiste, dass der Mann "nicht in eine öffentliche Sitzung eindringen kann". Gerster informierte den Parlamentssicherheitsdienst. Freitag hatte die Doping-gesperrte Pechstein kritisiert, weil die in ihrem Buch über eine deutsche Olympiasiegerin schreibt, die ähnliche Blutwerte wie sie selbst aufweise, den Namen aber nicht nennt. Gerster vermutet, dass er sich mit einer Anfrage ans BMI bezüglich Pechstein den Groll zugezogen habe.

Große bestätigte der "Süddeutschen Zeitung", dass er öfter in den Abgeordnetenbüros angerufen habe, das müsse "als Bürger dieses Landes" möglich sein. Die Parlamentarier hätten sich "menschenverachtend" über Pechstein geäußert. Seine Anrufe hätten aber "nichts mit Bedrohung zu tun gehabt". Er versuche nun über SPD-Chef Sigmar Gabriel mit den Abgeordneten ins Gespräch zu kommen. Gesprächsbedarf sieht auch Dagmar Freitag: Sie will nun in Erfahrung bringen, "ob Frau Pechstein von diesen Anrufen ihres Sponsors und Lebensgefährten weiß".

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