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StartseiteVerbrauchertippSensen statt Mähen26.04.2018

Pflege für Rasen und WiesenSensen statt Mähen

Die Saison des Rasenmähens hat begonnen. Doch das Mähen mit der Maschine macht nicht nur Lärm, die benzinbetriebenen Geräte sind auch nicht besonders umweltschonend. Ruhiger und umweltfreundlicher ist die Arbeit mit der Sense. Anfänger machen hier allerdings meist ein paar Fehler.

Von Juliane Neubauer

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Das Sensen ist körperlich anstrengender als das Mähen. (dpa)
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Thomas Thiel steht in bequemer Kleidung auf einer Wiese bei Leipzig im hohen Gras und bereitet seine Sense für die anstehende Arbeit vor. Der mittelgroße Mann mit grauen Locken wetzt das Schneideblatt seiner betagten Sense. 

Mit der linken Hand hält Thiel von oben die stumpfe Seite des Sensenblattes fest, während er es mit dem Wetzstein in der rechten schärft. Zum Sensen braucht man eigentlich nur drei Dinge, erklärt Thomas Thiel: 

"Scharfes Werkzeug ist das A und O , eine schöne Wiese ohne Baumschösslinge und Steine und eine gute Mähtechnik."

Wiese sollte abgetrocknet sein

Eine schöne Wiese ist für Thiel zum Beispiel eine Wildblumenwiese. Anders als eine klassische Rasenfläche wird so eine Wildwiese nur zwei bis drei Mal im Jahr gesenst. Das erste Mal kurz nach der ersten Blüte Ende Mai. Seine Mähtechnik hat Thomas Thiel in den letzten 25 Jahren immer weiter entwickelt. Bevor man loslegt, sollte die Wiese gut abgetrocknet sein – dem Mähtermin sollten deshalb am besten gleich ein paar trockene Tage vorangegangenen sein. Nasses Gras lässt sich nämlich nur schwer schneiden. Am Anfang machen alle die gleichen Fehler, sagt Thiel, während er eine Anfängerin auf der Wiese beobachtet.

"Also die geht mit der Sense zu hoch und macht eher so eine Hackbewegung, das ist natürlich viel anstrengender."

Auch wenn das Sensenblatt nicht richtig scharf ist, wird es schnell anstrengend. Das Blatt aus Schmiedestahl muss deshalb gelegentlich gedengelt werden. Dafür bearbeitet Thiel es, auf einem Stein liegend, mit kurzen schnellen Hammerschlägen. Jeder Schlag plättet die Sensenschneide etwas mehr. Durch die Ausdehnung wird das Mähwerkzeug wieder richtig scharf. Wenn Thomas Thiel mit einer scharfen Sense mäht wirkt es mühelos, fließend und entspannend.

Mäher zerkleinert auch die im Gras lebenden Insekten

Der Rasenmäher schneidet bei Thomas Thiel schlecht ab. Nicht nur das nervenraubende Geräusch sieht er als Problem. Auch die Abgase. Mit denen belasten die benzinbetriebenen Rasenmäher ihre Umgebung und den Mähenden selbst. Die Maschinen beeinträchtigen außerdem das Ökosystem. Der Rasenmäher - der vielerorts im Ein- oder Zweiwochentakt zum Einsatz kommt, zerkleinert das Gras samt der in ihm lebenden Insekten. Die Fauna wird beim Mähen mit der Sense hingegen geschont.

Für 50 bis 100 Euro bekommt man ein Gerät in fast jedem Baumarkt. Es sollte am besten etwa 25 Zentimeter kleiner sein als die eigene Körpergröße. Thiel selbst arbeitet übrigens mit einer gebrauchten Second-Hand-Sense:  

"Ich sage immer den Leuten geht auf die Flohmärkte, dort liegen ganz gute Qualitätswerkzeuge rum. Und wenn man sich selber mal so ne Sense zurechtgemacht hat, da hat man dann auch mehr Freude daran, als an so einem gekauften Teil." 

Nach dem Sensen wird das geschnittene Gras eingesammelt. Anders als der Inhalt des Rasenmäherkorbs landet das gesenste Mähgut allerdings meist nicht auf dem Komposthaufen, sondern kann als Tierfutter an Pferdehöfe oder Kleintierhalter weitergegeben werden.

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