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StartseiteForschung aktuell"Eine sensationelle Entdeckung"13.04.2015

Pheromone beim Menschen"Eine sensationelle Entdeckung"

Pheromone sind Botenstoffe, mit denen die allermeisten Tiere untereinander kommunizieren. Forscher der Universität Bochum haben nun auch beim Menschen die Existenz eines Pheromonrezeptors nachweisen können, der sich durch einen bestimmten Geruch stimulieren lässt. Hanns Hatt, der Leiter der Studie, erläutert die Hintergründe.

Hanns Hatt im Gespräch mit Monika Seynsche

Eine Nase riecht an dem Verschluss eines Flakons. (imago/Steinach)
Welcher Geruch stimuliert Pheromonrezeptoren beim Menschen? (imago/Steinach)
Weiterführende Information

Menschliche Signalduftstoffe - Pheromonforschung auf dem Irrweg
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 04.03.2015)

Beim Tier erzeugt jedes einzelne dieser Pheromone die immer gleiche Verhaltensweise als Antwort. Eine Sau zum Beispiel, die einen bestimmten vom Eber ausgesandten Botenstoff wahrnimmt, kann nicht anders als sich mit der Paarung einverstanden zu zeigen.

Bei dem von den Bochumer Forschern entdeckten Rezeptor wurde festgestellt, dass dieser Rezeptor auf ein Geruchsmolekül namens Hedion reagiert. Es ist das erste Mal, dass sich einer der fünf beim Menschen verbliebenen Pheromonrezeptoren stimulieren ließ, so Hatt. Der Mensch hat nämlich im Vergleich zu Tieren viel weniger Pheromone, dafür gebe es eine einfache Erklärung: Der Evolutionsdruck auf den Menschen, also der Druck, sich stetig verbessern zu müssen, um zu überleben, sei nicht mehr so stark ausgeprägt. 

In der Studie wurde festgestellt, dass es in der menschlichen Riechschleimhaut Zellen gibt, die Kontakt zum Gehirn herstellen und im Gehirn ganz andere Regionen aktivieren, als wenn man den Menschen beispielsweise einem Rosenduft aussetzt. So sei nicht nur das limbische System im Hirn, welches unter anderem die Triebe steuert, davon betroffen gewesen, sondern auch der Hypothalamus, eine Gegend, die vor allem für die Hormonregulierung zuständig ist. Besonders interessant findet Hatt dabei die Entdeckung, dass diese Region bei Frauen viel stärker aktiviert wird als bei Männern.

Nun müsse noch der natürliche Geruch gefunden werden, der den Pheromonrezeptor stimulieren kann, denn Hedion ist synthetisch. Fraglich bleibe auch noch, welchen Effekt die Aktivierung des Hypothalamus auf das Verhalten der Menschen habe. Nur, wenn ein gewisses Verhalten dadurch ausgelöst werde, erfülle der Botenstoff die Eigenschaften eines Pheromons.

 

Das gesamte Gespräch mit Hanns Hatt können Sie sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

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