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Policen für Frauen zurzeit noch günstiger

Stiftungswarentest hat Risikolebensversicherungen untersucht

Von Dieter Nürnberger

Frauen können ihren Vorteil der statistisch höheren Lebenserwartung noch bis zum 20. Dezember ausnutzen.
Frauen können ihren Vorteil der statistisch höheren Lebenserwartung noch bis zum 20. Dezember ausnutzen. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)

Bisher war das Geschlecht bei der Beitragskalkulation einer Risikolebensversicherung relevant. Frauen kamen günstiger weg als Männer. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs darf das Geschlecht keine Rolle mehr spielen. Die Stiftung Warentest rät zur Eile.

Eine Risikolebensversicherung zahlt nur dann, wenn der Versicherte während der vereinbarten Laufzeit stirbt. Dann bekommt die im Vertrag genannte Person die vorab festgelegte Summe ausgezahlt. Die Police ist für jene gedacht, die Angehörige finanziell absichern wollen – sinnvoll vor allem für Paare und Familien, sagt Annegret Jende von der Stiftung Warentest.

"Sinnvoll ist eine Risikolebensversicherung ganz sicher für eine Familie, wenn dort ein Elternteil stirbt, ist es immer gut, wenn die Familie auch finanziell für diesen Fall abgesichert ist. Wenn es beispielsweise der Hauptverdiener ist, dass die Familie dann auch mit dem gleichen Standard weiterleben kann. Es muss nicht nur der Hauptverdiener sein – es ist genauso wichtig bei der Person, die sich um die Kinder kümmert. Wenn diese verstirbt, dann könnte eine entsprechende Betreuung bezahlt werden."

Bei der Kalkulation der Beiträge spielen viele Faktoren eine Rolle. Vor allem die Gesundheit: Bei Vorerkrankungen werden Zuschläge verlangt, Übergewichtige und Raucher zahlen ebenso mehr. Geklärt wird dies per Fragebogen oder sogar per verlangter, ärztlicher Untersuchung. Auch der Beruf oder risikoreiche Hobbys können einen Police verteuern - bisher war auch das Geschlecht des Kunden oder der Kundin wichtig. Frauen kamen aufgrund ihrer statistisch höheren Lebenserwartung günstiger weg als Männer. Doch nach dem Unisex-Urteil des Europäischen Gerichtshofs darf künftig das Geschlecht bei der Beitragskalkulation keine Rolle mehr spielen.

Bestehende Policen müssen nicht angepasst werden, doch künftige Verträge werden für Frauen deutlich teurer, das zeigt die Marktübersicht der Stiftung Warentest, die rund 500 Angebote von 33 Versicherern ausgewertet hat.

"Wenn eine Frau in nächster Zeit gedenkt, eine Risikolebensversicherung abzuschließen, dann sollte sie sich unbedingt beeilen. Denn derzeit gibt es noch die günstigen Frauentarife, und zwar noch bis zum 20. Dezember. Ab dem 21. Dezember gibt es nur noch die einheitlichen Tarife und die können dann bei den Frauen um bis zu 50 Prozent steigen."

Die Versicherungssumme sollte nicht zu gering angesetzt werden. Annegret Jende empfiehlt mindestens das Dreifache, besser das Fünffache eines Bruttojahresverdienstes. Wer nachträglich die Versicherungssumme erhöhen will, kann dies tun, allerdings sollte dann bei Abschluss der Police auf die Nachversicherungsgarantie geachtet werden. Sie stellt sicher, dass der Kunde keine neue Gesundheitsprüfung machen muss.

Der Stichtag 20. Dezember für den Abschluss einer Risikolebensversicherung ist übrigens auch für Männer interessant.

"Männer müssen nicht unbedingt sofort handeln, sie können sich Zeit lassen. Weil man damit rechnet, dass die Beiträge für Männer sinken werden. Aber: Einige Versicherer haben auch heute schon diese Beitragssenkungen vorausgenommen. So dass man bei den Anbietern auch schon heute anfragen kann."

Für den Angebotsvergleich wurden Modellkunden erfunden: Da die Leistungen der Risikolebensversicherer weitgehend gleich sind, kann der Preis durchaus die Hauptrolle spielen. Ein Beispiel:

"Eine 34-Jährige Nichtraucherin zahlt derzeit bei der Hannoverschen 78 Euro im Jahr. Es kann aber im Extremfall bei den Jahresbeiträgen auch auf 261 Euro steigen – bei dem teuersten Anbieter."

Auch andere Direktanbieter wie CosmosDirekt, Huk24 oder Ergo Direkt liegen preislich in dieser Untersuchung vorn. Aber auch hier gilt der Stichtag 20. Dezember – denn danach wird es für Frauen generell teurer.

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