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PopmusikDarf Morrissey sagen: "Ich will, dass Deutschland deutsch ist"?

Der britische Sänger Steven Patrick Morissey im chilenischen Vina del Mar  (dpa / picture alliance / Ariel Marinkovic)
Der britische Sänger Steven Patrick Morissey hat mit rechtspopulistischen Äußerungen zuletzt für Irritationen gesorgt. (dpa / picture alliance / Ariel Marinkovic)

"Spiegel"-Musikredakteur Tobias Rapp plädiert für mehr Gelassenheit im Umgang mit umstrittenen Künstlern wie Morrissey.

"Ich will, dass Deutschland deutsch ist" - mit dieser Äußerung hatte der britische Sänger unlängst im "Spiegel" für Unmut gesorgt, und sich damit eine Reihe mit berühmten Vorgängern gestellt: "Ein faschistischer Führer würde Großbritannien gut tun", sagte David Bowie 1976 dem "Playboy". Und Eric Clapton forderte im selben Jahr: "Schmeißt die Fremden und die Schwarzen raus aus England, haltet Großbritannien weiß!"

Rapp sagte im Deutschlandfunk Kultur, er sei grundsätzlich dafür, dass Kunst einen Raum biete, wo alle menschlichen Gefühle - "alle grotesken, kranken, ekligen Sachen" - erlaubt seien. Zudem mahnte er Kritiker zur Vorsicht. Einige hätten in den 90er-Jahren gedacht, die Mitglieder der Gruppe Rammstein seien Nazis. Mit Blick auf den deuschen Sänger Xavier Naidoo sagte er, der Song "Marionetten" von den Söhnen Mannheims sei vor allem ein "wahnsinnig schlechter Song". Daran sehe man, dass die politische Absicht die künstlerische Absicht deutlich überlagere.

Der Feuilletonist Fabian Wolff warf die Frage auf, was einem wichtiger sei: Pop oder Politik. Es gehe auch darum, ob beim Zuhörer ästhetisch etwas ausgelöst werde, auch wenn es nur Quatsch sei.