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StartseiteForschung aktuellGestatten: Desoxyribonukleinsäure07.10.2015

Porträt der DNAGestatten: Desoxyribonukleinsäure

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an drei Forscher, die sich mit Mechanismen zur DNA-Reparatur auseinandergesetzt haben. Aber was ist DNA eigentlich? Und wie funktioniert dieses "Molekül des Lebens"? Ein Porträt.

Von Michael Lange

Foto eines Modells des menschlichen DNA-Stranges mit der doppelten Helix-Struktur (dpa / picture alliance / Matthew Fearn)
Modell des menschlichen DNA-Stranges mit der doppelten Helix-Struktur (dpa / picture alliance / Matthew Fearn)
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DNA-Reparatur Im Werkzeugkasten der Zelle

Gestatten. Desoxyribonukleinsäure. Aber du kannst auch DNA zu mir sagen oder - wenn du es deutsch magst - DNS.

Wahrscheinlich kennst du mich als Doppelhelix. Diese beiden in sich verdrillten Stränge mit den Leitersprossen dazwischen. Nach ein paar Bastelarbeiten von James Watson und Francis Crick 1953 ging dieses Bild von mir durch die Welt.

Ich selbst bin an die vier Milliarden Jahre alt, und ohne mich gäbe es dich nicht. Kein Leben. Nichts. Ich stecke in jeder einzelnen deiner mikroskopisch kleinen Zellen. In jeder Zelle ein Faden von über zwei Metern. Würde man alle meine Moleküle in deinem Körper aneinander hängen, ergäbe das tausend Mal die Entfernung von der Erde zur Sonne. Da staunst du! Milliarden Informationseinheiten, die bestimmen, wie was in deinem Körper abläuft. Über drei Milliarden Basenpaare in jeder Zelle.

Nachlässigkeiten werden nicht geduldet

Erinnerst du dich - vielleicht noch aus der Schulzeit? Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin - 3,27 Milliarden mal A, T, G und C. Das ist dein Code. Und ich, deine DNA, speichere damit deine Erbinformation. Und das als reine Chemie.

Und dann noch der perfekte Kopiermechanismus. Die Base auf dem einen Strang ist die Vorlage für die Base auf dem anderen Strang. Einfach genial. Dabei passt immer A zu T und G zu C - und umgekehrt.

Dumm nur, wenn was falsch läuft. Wenn statt einem G ein T auftaucht oder statt C ein A. So etwas kann ich mir gar nicht leisten. Leben ist eben Perfektion. Und wenn doch Mal etwas schiefläuft oder kaputt geht: Dann muss halt sofort repariert werden. Und zwar nicht irgendwann, irgendwie, sondern sofort vor Ort. Subito. Und absolut perfekt. Nachlässigkeiten dulde ich nicht.

Übrigens. Falls du dich wunderst, warum im Hintergrund dauernd einer schraubt oder hämmert. Da, wo ich bin, wird halt ständig repariert, jede Stunde, jeden Tag, immer. Kein Wochenende, kein Urlaub. Nichts. Sonst könnte ich den Laden dicht machen - und das Leben wäre vorbei.

Mit biologischen Grüßen - Dein Erbmolekül Desoxyribonukleinsäure.

 

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