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StartseiteNachrichten vertieftTrump kam, schimpfte und lobte - sich selbst11.01.2017

Pressekonferenz des künftigen US-PräsidentenTrump kam, schimpfte und lobte - sich selbst

Kann Moskau Donald Trump erpressen? Der mutmaßliche Geheimdienstbericht war das Thema der ersten Pressekonferenz des "President-elect" seit seiner Wahl. Trump wies die Anschuldigungen erneut zurück und kritisierte die Medien. Ansonsten zeigte er sich zufrieden mit dem bisher Erreichen - und sagte Großes voraus.

Donald Trump bei seiner ersten Pressekonferenz als künftiger US-Präsident (11.01.2017). (AFP / Don Emmert)
Donald Trump: "Wir werden eine Bewegung haben, die die Welt nicht gesehen hat." (AFP / Don Emmert)
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So hatte sich Donald Trump diesen Termin wohl nicht vorgestellt: Gut einen Tag vor der ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl zum US-Präsidenten am 8. November war ein mutmaßlicher Geheimdienstbericht bekannt geworden, mit dem Vorwurf, Russland könne belastendes Material gegen Trump besitzen. Via Twitter hatte der künftige US-Präsident schon vehement widersprochen. Und vor den Reportern und Kameras im eigenen "Trump Tower" in New York legte er nun nach - nachdem vorher bereits sein künftiger Vize Mike Pence vom Versuch einiger Medien gesprochen hatte, "diese Regierung zu verunglimpfen".

Der Bericht hätte niemals geschrieben und erst recht nicht veröffentlicht werden dürfen, sagte Trump. Er sei eine "Schande". Und er wolle den Medien danken, die sich gegen eine Veröffentlichung der Vorwürfe entschieden hätten. Überhaupt zeigte sich der 70-Jährige zunächst versöhnlicher gegenüber den anwesenden Pressevertretern, als er das in der Vergangenheit teilweise getan hat. Er habe "großen Respekt vor der Pressefreiheit", unterstrich Trump. 

Nach wiederholten Nachfragen zu dem Thema zeigte sich Trump zunehmend ungeduldig, wählte bestimmte Reporter aus und verbot sich von anderen Fragen. So sagte er zu einem: "Ihre Organisation ist furchtbar" oder " BBC News - noch so eine Schönheit!" Und kritisierte, einige Medien verbreiteten "Fake News" und zerstörten so das Leben einiger Menschen.

"Ich bin immer umringt von Bodyguards"

Inhaltlich hatte sich Trump vorher noch entlocken lassen, eine Ausspähung seitens Russlands, wie in dem mutmaßlichen Geheimdienstbericht geschildert, sei gar nicht erst möglich. "Wenn ich unser Land verlasse, bin ich immer umringt von Bodyguards." Und in Hotelzimmern lege er dann besonderen Wert auf Vorsicht bei Kameras; in dem Bericht ist davon die Rede, es gebe Videos, die Trump beim Sex mit Prostituierten in Moskau zeigen.

Zum Vorwurf geschäftlicher Verwicklungen mit Russland stellte Trump klar, dort aktuell weder offene Geschäfte noch Kredite zu haben. Und erzählte - um letzte Zweifel daran zu beseitigen, sich nicht ausschließlich auf das Amt des Präsidenten zu konzentrieren - diese Episode: Am Wochenende habe ihm ein Geschäftsmann aus Dubai einen Zwei-Milliarden-Deal angeboten - aber er habe das gelassen.

Anschließend gab Trump auch noch die offizielle Übergabe seines Firmenimperiums an seine Söhne bekannt.

"Ich denke, es war Russland"

Zum Thema Cyberattacken im US-Präsidentschaftswahlkampf sagte Trump: "Ich denke, es war Russland" - und relativierte gleich: Auch seien Hacker in anderen Ländern ausgemacht wurden, beispielsweise China. Die bisherige Arbeit der US-Regierung im Kampf gegen solche Angriffe kritisierte Trump scharf und versprach, verstärkt dagegen anzugehen.

Der künftige US-Außenminister Rex Tillerson hatte zuvor zum Thema Russland erklärt, er sehe in den Handlungen der russischen Regierung eine Bedrohung. Russland stelle eine Gefahr dar, es sei aber nicht unberechenbar, was die Verfolgung seiner eigenen Interessen angehe, sagte Tillerson bei einer Anhörung im Senat. Mit seinen jüngsten Aktivitäten habe Russland amerikanische Interessen missachtet, fügte er hinzu. Bis auf Weiteres würde er an den Sanktionen gegen Moskau festhalten.

"Werden Bewegung haben, die die Welt nicht gesehen hat"

Und sonst? Wirtschaftlich habe er bereits viel erreicht, so Trump, indem er Firmen wie Fiat Chrysler und Ford dazu bewogen habe, große Werke in den USA zu bauen. Viele andere würden dem folgen, beispielsweise im Bereich der Pharmazie, wo man zudem durch neue Ausschreibungsregeln Milliarden einsparen werde.

Darüber hinaus stellte der "President-elect" eine große Zukunft in Aussicht. Von seiner Inauguration in neuen Tagen an, würden die USA "eine Bewegung haben, die die Welt nicht gesehen hat".

(bor/tzi)

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