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StartseiteVerbrauchertippArmutsfalle im Alter23.09.2016

Private KrankenversicherungArmutsfalle im Alter

Je nach Lebens- und Einkommenssituation ist eine private Krankenversicherung vor allem für junge Menschen eine willkommene Alternative. Mit steigendem Alter kann sie allerdings zur hohen finanziellen Belastung werden. Sich im Versicherungsdschungel zurechtzufinden, ist oft schwierig, aber nicht unmöglich.

Von Ursula Reinsch

Haende, Rentnerin Haende Rentnerin haende Rent woman haende Rent woman (imago stock&people)
Trotz sinkendem Einkommen im Alter bleiben die Beiträge der privaten Krankenversicherungen sehr hoch. (imago stock&people)
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So hart, wie für diesen 65-Jährigen muss es nicht kommen. Bis zu seiner Verrentung bezahlt der beihilfeberechtigte Angestellte für seine private Krankenversicherung nur rund 250 Euro. Doch bald wird es für ihn extrem teuer:

"Wenn ich in wenigen Monaten in die Rente gehe, soll ich für die Vollversicherung über 800 Euro bezahlen. Das sind etwa 550 Euro mehr, als ich bisher bezahle. Ich versuche jetzt einen günstigeren Tarif zu finden, aber das ist schwierig."

Vier Tipps damit das Zurechtfinden im Tarifdschungel leichter fällt

Tatsächlich ist es für einen Laien nicht leicht, sich durch den Tarifdschungel seiner privaten Krankenversicherung zu kämpfen. Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gibt Tipps, was man tun kann. Erster Tipp: Den Betrag erhöhen, den man selbst für Gesundheitsleistungen bezahlt; im Versicherungsdeutsch heißt das: die Selbstbeteiligung erhöhen.

"Man muss nur an eines denken, wenn man die Selbstbeteiligung erhöht und später sagt: 'Ich will eine niedrigere Selbstbeteiligung', dann bekommt man in der Regel neue Gesundheitsfragen. Und es kann passieren, dass man dann Risikozuschläge zahlen muss."

Tipp Nummer zwei: Man kann auf Chefarztbehandlung, Zweibettzimmer oder andere Leistungen verzichten. Auch das kann Beiträge sparen.

Tipp Nummer drei: Tarifwechsel.

"Wenn das alles nichts hilft, dann kann man in abgespeckte Tarife gehen, das heißt Tarife, die den gesetzlichen Krankenversicherungsbereich praktisch als Inhalt haben, die zwar auch teilweise nicht preiswert sind, aber billiger, als die Volltarife. Ich kann ab einem gewissen Alter - und wenn ich die Voraussetzungen dafür erfülle - in einen Standardtarif wechseln. Oder in den Basistarif."

Beide Tarife orientieren sich prinzipiell am Höchstbetrag der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit rund 650 Euro. Je nach Einzelfall kann man jedoch günstigere Verträge finden.

Tipp Nummer vier, der für alle Privatversicherten gilt: unabhängiger Vergleich. Elke Weidenbach:

"Der Laie kann häufig mit den Angeboten, die er zur privaten Krankenversicherung bekommt, nicht so viel anfangen und aus diesem Grunde raten wir dem Verbraucher entweder einen Versicherungsberater, der nur beraten darf und nicht verkaufen darf, aufzusuchen oder sich Hilfe bei den Verbraucherzentralen zu holen."

Wechsel zur gesetzlichen Kasse meist noch möglich

Die Beratungen kosten Gebühren. Adressen unabhängiger IHK-geprüfter Berater findet man im Internet. Ebenfalls im Internet kann man auch auf entsprechende Vergleichs-Internetportale zurückgreifen. Am besten auf solche, die nur im Erfolgsfall Honorare fordern. Zu guter Letzt sollte man unbedingt wissen, dass in bestimmten Fällen ein Versicherter noch in die gesetzliche Krankenkasse wechseln kann. Beispielsweise als Angestellter, der nicht mehr als 56 250 Euro jährlich verdient und noch nicht den 55. Geburtstag gefeiert hat. Des Weiteren gibt es noch andere spezielle Konstellationen, die einen Wechsel möglich machen. Am Besten bietet sich hier eine fachkundige Beratung an.

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