Verbrauchertipp /

 

Probleme bei Retouren

Pakete unfrei zu verschicken, kann teuer werden

Von Stefan Römermann

Unfrei sollte man Pakete nur zurück schicken, wenn der Absender das auch tatsächlich selbst empfiehlt.
Unfrei sollte man Pakete nur zurück schicken, wenn der Absender das auch tatsächlich selbst empfiehlt. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Bei Retouren oder Reklamationen von Bestellungen empfiehlt es sich, den beiliegenden Rücksendeschein zu benutzen – oder beim Händler nachzufragen, wie man die Ware zurückschicken soll. Sie einfach zur Post zu bringen und unfrei zu versenden, ist nicht ratsam.

Eigentlich ist die Sache klar: Mache ich als Verbraucher bei Internet-Bestellungen von meinem Rückgaberecht Gebrauch, übernimmt der Verkäufer auch die Rücksendekosten. Das steht auch so oder ähnlich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vieler Händler. Trotzdem darf ich als Verbraucher Pakete nicht einfach zur Post bringen und sie dann unfrei zurück schicken, warnt Simone Meisel von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

"Hier ist es oftmals schwer für den Verbraucher zu begreifen, wenn dort steht: "eine Rücksendung auf Kosten des Versenders" muss das nicht automatisch heißen, ich muss kein Porto drauf kleben. Sondern das kann eine andere Form der Rückabwicklung erfolgen."

Viele Händler verschicken auf Anfrage beispielsweise Paketaufkleber, mit denen die Ware dann kostenlos zurück geschickt werden kann. Andere erstatten nachträglich das Geld für eine Rücksendung.

"Hier muss man immer Rücksprache nehmen, selbst wenn es kostenlos oder auf Kosten des Anbieters erfolgen soll, muss ich fragen: Ja, wie ist es? Kann ich unfrei zurück schicken, nimmst Du das Paket auch an. Oder muss ich erstmal Porto drauf kleben, und hole mir anschließend das Geld zurück."

Paketdienste wie Hermes oder GLS nehmen Rücksendungen ohnehin nur an, wenn der Absender vorher das Porto selbst bezahlt oder einen speziellen Rücksendeaufkleber vom Händler auf das Paket klebt. Lediglich die Post-Tochter DHL nimmt auch Pakete an, ohne vorab das Porto zu kassieren. Bei diesen "unfreien" Sendungen muss der Empfänger den Transport bei Empfang des Paketes bezahlen. Doch viele Händler nehmen solche Sendungen grundsätzlich nicht an, zumal sie für unfrei verschickte Pakete auch noch einen Aufschlag auf das normale Porto bezahlen müssten. Verbraucher bleiben dann auf den Kosten für die gescheiterte Rücksendung sitzen.

Verweigert der Händler die Annahme, bringt die Post das Paket nämlich anschließend wieder zum Absender zurück und versucht hier die Kosten für die nicht erfolgte Zustellung einzutreiben. Viele Verbraucher sehen das allerdings nicht ein: Sie nehmen das Paket nicht zurück – und wollen auch das Nachporto nicht bezahlen. Doch diese Weigerung kann teuer werden. Denn nun muss die Post das Paket zentral einlagern und versuchen per Mahnverfahren an ihr Geld zu kommen, erklärt DHL-Sprecher Rolf Schulz.

""Und je länger sich das hinzieht und je mehr Arbeitsaufwand damit verbunden ist, um zum Porto zu kommen, können sich die Kosten natürlich summieren. Sodass dann vielleicht 20, 30, 50 Euro Kosten auflaufen können."

Das mag für betroffene Verbraucher ärgerlich sein, ist aber rechtlich völlig in Ordnung betont Verbraucherschützerin Meisel.

"Das ist Aufwand, das verursacht Kosten. Und diese Dienstleistung, das ist der Anspruch, muss natürlich auch bezahlt werden. Und wie gesagt: Wer die Musik bestellt, muss auch bezahlen. Das heißt, wenn der Verbraucher dieses Paket losschickt, als Absender, dann hat er in der Endkonsequenz auch diese Leistung zu bezahlen."

Verbraucher sollten bei deshalb bei Retouren oder Reklamationen am besten einen mit der Bestellung verschickten Rücksendeschein benutzen – oder beim Händler nachfragen, wie man die Ware zurückschicken soll. Unfrei sollte man Pakete nur dann zurück schicken, wenn der Absender das auch tatsächlich selbst empfiehlt. Hat man dagegen von irgendwelchen dubiosen Anbietern Ware zugeschickt bekommen, die man überhaupt nicht bestellt hat, ist die Sache noch einfacher: Hier muss man als Verbraucher überhaupt nichts tun.

"Das heißt unbestellte Ware muss ich nicht einmal aufbewahren. Muss sie schon gar nicht zurück senden. Ich kann sie entsorgen, ich kann sie benutzen, ich kann sie aufbrauchen. Also hier habe ich keine Verpflichtung gegenüber dem Versender."

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