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Seit 17:05 Uhr Markt und Medien

Programm: Vor- und Rückschau

Sonntag, 28.09.2014
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Lange Nacht

Altweibersommer
Eine Lange Nacht über die Wechseljahre
Von Käthe Jowanowitsch und Stephanie Rapp
Regie: Stephanie Rapp
(Wdh. v. 10./11.10.2009)

"Eines Tages habe ich mir gesagt: Ich bin 40 Jahre alt. Als ich mich von diesem Schock erholt hatte, war ich 50. Die Betroffenheit, die mich damals überfiel, hat sich nicht gegeben", schrieb Simone de Beauvoir in den 60er-Jahren. Damit hat sie das Dilemma der älter werdenden Frau beschrieben. Wechseljahre - Zeit des Umbruchs, aber auch Zeit der Chancen. Kaum vorzustellen, dass noch im 19. Jahrhundert die Wechseljahre mit der Lebenserwartung der Frau zusammenfielen. Heute setzen sich viele Frauen in dieser Phase zum ersten Mal mit dem Älterwerden auseinander. Der Körper verändert sich: Die Regelblutung bleibt aus, das Gesicht zeigt Falten, das Gewicht nimmt zu. Oft stellen sich Schlaflosigkeit, Hitzewallungen und Depressionen ein. Es ist ein langsamer, schleichender, aber unaufhaltsamer Prozess, den "man" gern verdrängt und mit hohem Aufwand aufzuhalten versucht. Seit rund 30 Jahren helfen Hormone, typische Beschwerden zu lindern. Sind sie die ultima ratio oder gibt es natürliche Alternativen? Wie lässt sich dem Terror des Jugendwahns begegnen? Und wie sieht es aus mit Sex und Erotik im reifen Alter? Die Menopause erzwingt einen neuen Umgang mit dem eigenen Körper, sie fordert aber auch eine mentale Neubesinnung: Wer bin ich? Wo stehe ich? Was will ich? Die Trauer über schwindende Jugend und unerfüllte Träume muss verarbeitet und bewältigt werden. Dann kann sich der Blick weiten. Das Loslassen macht Raum für eine geistige Neuorientierung. Mit den Wechseljahren beginnt eine Zukunft, die gestaltet werden will. Wie gut das gelingt, hängt auch vom Umfeld ab, von Partner und Familie, Freunden und Kollegen. Beziehungen müssen neu definiert, Erwartungen überprüft und korrigiert werden. Das geht nicht ohne Konflikte. Denn trotz Emanzipation und Frauenbewegung hält unsere Gesellschaft für ältere Frauen bisher nicht sehr viele attraktive soziale Rollen bereit. Anstelle äußerer Zwänge aber kann eine innere Freiheit treten, die es erleichtert, für eine Veränderung des gesellschaftlichen Status zu kämpfen: Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, wo ich stehe, ich weiß, was ich will. "Was aber werde ich am Ende dieses langen Ganges finden? Vielleicht das ruhige Glück, mein Los erfüllt zu haben. Und alles, was ich litt, wird dann vergessen sein." (Eleonora Duse)

01:00 Nachrichten 

02:00 Uhr

Nachrichten

02:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

02:05 Sternzeit 

02:07 Konzertmomente 

Manuel de Falla:
‚Siete canciones populares españolas‘
bearbeitet fürTrompete und Klavier

Tine Thing Helseth, Trompete
Michail Lifits, Klavier

Aufnahme vom 21.6.14 aus dem Kloster Maria Bildhausen

03:00 Nachrichten 

03:05 Schlüsselwerke 

Jean-Féry Rebel
Les Élémens, Simphonie nouvelle

L'Orfeo Barockorchester
Leitung und Violine: Michi Gaigg

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

04:05 Die neue Platte XL 

05:00 Nachrichten 

05:05 Auftakt 

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

06:10 Uhr

Geistliche Musik

Georg Böhm
'Wer nur den lieben Gott läßt walten'. Choralvariationen für Orgel
Thiemo Janssen, Orgel

Johann Sebastian Bach
'Was Gott tut, das ist wohlgetan'. Kantate am 15. Sonntag nach Trinitatis, BWV 99
Julia Neumann, Sopran
Claude Eichenberger, Mezzosopran
Johannes Kaleschke, Tenor
Fabrice Hayoz, Bass
Chor und Orchester der J.S.Bach-Stiftung
Leitung und Cembalo: Rudolf Lutz

Louis Vierne
'Messe basse', op. 30 für Orgel
Ben van Oosten, Orgel

07:00 Uhr

Nachrichten

07:05 Uhr

Information und Musik

Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
Theater und Krieg - Die syrische Schauspielerin Amal Omar über ihre Arbeit und ihr Land

Wird Frankreich depressiv? Über französische Befindlichkeiten ein Interview mit der Publizistin

Konvivialismus - Wie neue Formen des Zusammenlebens gelingen können
Ein Gespräch mit dem Soziologen Frank Adloff

07:30 Nachrichten 

07:50 Kulturpresseschau

Auszüge aus den Feuilletons der Woche

Kommt die Gefahr näher? Über den IS-Terrorismus
Ein Interview mit Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik der Universität Kiel

Denk ich an Deutschland: der Regisseur Luk Perceval

Am Mikrofon: Wolfgang Koczian

08:00 Nachrichten 

08:30 Uhr

Nachrichten

08:35 Uhr

Am Sonntagmorgen

Religiöses Wort
"Sey dennoch unverzagt"
Paul Flemming - ein Dichter im 30-jährigen Krieg
Von Angelika Obert
Evangelische Kirche

08:50 Uhr

Presseschau

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 150 Jahren: In London wird die Internationale Arbeiterassoziation - IAA - gegründet

09:10 Uhr

Die neue Platte

Alte Musik

09:30 Uhr

Essay und Diskurs

Ukraine im Gespräch (1/4)
Juri Andruchowytsch im Gespräch mit Katja Petrowskaja
(Teil 2 am 26.10.2014)

Tête-à-tête, nach dem französischen Vorbild, heißt es auch auf russisch, wenn zwei Menschen sich unterhalten. Vier Gespräche tête-à-tête mit Schriftstellern und Künstlern aus der Ukraine führt Katja Petrowskaja für "Essay und Diskurs", nicht allein, um die Lage in der Ukraine aus der Sicht von Intellektuellen in den kommenden Monaten im Blick zu behalten. Es geht weniger um die aktuelle Nachrichtenlage, zu der in den Medien auch immer wieder Schriftsteller aus einer Krisenregion gefragt werden. Es geht um einen diskursiven Hintergrund: Inwieweit ist es Künstlern überhaupt möglich, situativ Stellung zu nehmen? Worin liegt ihre eigentliche Aufgabe? Welchen Einfluss hat die politische Situation auf das eigene Werk? 2014 gab er im Suhrkamp Verlag den Band "Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht" heraus. Der dänische Schriftsteller Jens Christian Grøndahl hat in einem Essay mit dem Titel "Der Schriftsteller und die Nachrichten" dazu geschrieben: "Die Nachrichten unterrichten uns nicht nur darüber, was andernorts geschieht; sie vermitteln auch das Gefühl, dass jene vom Horror heimgesuchten Orte die wirkliche Welt sind - und dass der Ort, wo wir Zuschauer uns befinden, mithin eine Art Vorstadt der eigentlichen Realität ist […]. Es ermutigt mich, dass es nach wie vor Leser gibt, die Worte brauchen, um für sich selbst wirklich zu werden. Schreiben heißt, die Toten zu zählen, Verluste zu verwinden und den Wandel, selbst wenn er zerstörerisch ist, in eine Geschichte einzubinden, welche die unsere sein kann". Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft im estnischen Tartu und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Medien. Für "Vielleicht Esther", ihren Erzählband über die NS-Verbrechen in ihrer Heimatstadt, erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis und wurde zur Stimme der Ukraine in den Medien. Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine,
dem früheren galizischen Stanislau, studierte in Lemberg und Moskau und lebt nach Aufenthalten in Westeuropa und den USA heute wieder in Iwano Frankiwsk. Er debütierte als Lyriker, publizierte Essays und zahlreiche Artikel zu aktuellen Themen. Drei Romane erschienen in den 90er-Jahren. 2006 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung ausgezeichnet. 2014 gab er im Suhrkamp Verlag den Band "Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht" heraus.

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Gottesdienst

Übertragung aus der Pfarrkirche St. Ewaldi in Dortmund
Predigt: Pfarrer Ludger Hojenski
Katholische Kirche

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Interview der Woche

Sigmar Gabriel, Vizekanzler, SPD-Vorsitzender

11:30 Uhr

Sonntagsspaziergang

Reisenotizen aus Deutschland und der Welt
Prachtvolle Architektur
Einkehr in Basilika und Abteil Ottobeuren

Pilze - suchen und finden
Im herbstlichen Finnland

Reisen damals
Der Bahnhof Friedrichstraße in Berlin als deutsch-deutsche Grenzstation

Nicht nur der schöne Schein
Prag und die Denkmäler der Korruption

Am Mikrofon: Andreas Stopp

12:00 Nachrichten 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Informationen am Mittag

13:30 Uhr

Zwischentöne

Musik und Fragen zur Person
Der ehemaliger Europa-Parlamentarier Werner Schulz im Gespräch mit Joachim Scholl

Schon vor seiner politischen Karriere war er ein Rebell: Werner Schulz. Geboren 1950 in der DDR, wurde er zum Dissidenten, gehörte in den 80er Jahren zu den aktiven Bürgerrechtlern der Wende. Nach 1990 spielte Werner Schulz bei den Bündnisgrünen entscheidende Rollen, zuletzt war er Europa-Abgeordneter seiner Partei. Jetzt hat er sich aus der Politik zurückgezogen. Von einem langen, kontroversen politischen Leben erzählt Werner Schulz in den 'Zwischentönen'.

14:00 Nachrichten 

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Rock et cetera

Songs, die wie Klassiker klingen - das englische Duo "My Darling Clementine"
Von Knut Benzner

1946 - somit schon ein paar Jahre her - erschien ein Film, der den deutschen Titel "Faustrecht der Prärie" trug. John Ford war der Regisseur gewesen, Henry Fonda spielte Wyatt Earp, Victor Mature stellte den verlorenen Doc Holliday dar. Der Originaltitel des Films hieß "My Darling Clementine". Der gleichnamige Song, in der Eröffnungsszene zu hören, war eine Volksballade. Wie kommt nun ein englisches Country-Duo auf die Idee, sich ebenso zu nennen? Schwer zu sagen. Michael Weston King ist der männliche Teil des Duos. Er ist Singer-Songwriter, nebenbei Chef der Country-Band The Food Sons. Lou Dalgleish ist seine Frau, und zusammen klingen sie wie Tammy Wynette & George Jones oder Dolly Parton & Porter Waggoner. Und es ist kein Scherz, keine Ironie, sie meinen diesen Rückgriff auf die 60er-Jahre ganz ernst. Keine Coverversionen, kein simples Nachsingen alter Vorbilder, alles klingt eigenständig, gespielt mit einer tollen Band, dazu eine Prise Dwight Yoakam, Elvis Costello oder R.E.M. Beim Fußball versagen die Engländer häufig, Country- Musik spielen können sie.

16:00 Uhr

Nachrichten

16:10 Uhr

Büchermarkt

Aus dem literarischen Leben
Das Buch der Woche
Stefan Müller-Doohm: Jürgen Habermas. Eine Biographie
(Suhrkamp Verlag)
Ein Beitrag von Walter van Rossum
Am Mikrofon: Hajo Steinert

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Wissenschaft im Brennpunkt
Die Schwere der Schwerkraft
Wie Physiker an einer Naturkonstanten verzweifeln
Von Frank Grotelüschen

Unser Universum wird regiert von der Schwerkraft, und die wiederum von groß G, der Newtonschen Gravitationskonstanten. Doch wie genau lautet die Ziffernfolge für groß G? Für die Experten ist es ebenso rätselhaft wie ärgerlich: Seit Jahrzehnten fahnden sie nach dem genauen Wert, doch unterschiedliche Experimente liefern widersprüchliche Resultate. Ab der dritten Stelle hinterm Komma stimmen die Resultate nicht überein. In Zeiten, in denen Forscher ihre Messgrößen oft bis auf Milliardstel genau erfassen, ist das ein Unding - eine Schlappe für das Ego der Präzisionsphysiker. Nun bringt ein italienisches Experiment neuen Schwung in die verfahrene Situation. Erstmals hat es die Gravitationskonstante nicht mit Pendeln, Waagen und metallenen Gewichten bestimmt, sondern auf der Basis von Atomen und raffinierten Quantentricks. Die Theoretiker unter den Physikern warten sehnlichst auf einen präzisen Wert für die Schwerkraft. Er könnte ihnen helfen, unbekannte Naturgesetze aufzuspüren, und die Physik in eine Post-Einstein-Ära katapultieren. 

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Kulturfragen

Debatten und Dokumente
Kino über den Völkermord - Der Regisseur Fatih Akin über seinen Film "The Cut"

Am Mikrofon: Christoph Schmitz

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen
"Kommt ein neuer Gott gegangen" - Axel Kober und Dietrich Hilsdorf deuten "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss an der Rheinoper Düsseldorf

"Das schweigende Mädchen" - Johan Simons inszeniert Elfriede Jelinek an den Münchner Kammerspielen

Das Glück des Augenblicks - Eine Bilanz der Ruhr triennale unter Heiner Goebbels

Jugendschutz oder Zensur? - Das neue Gesetz gegen Kinderpornografie betrifft auch die Museen

Erfolg durch Eigensinn - Zum Tod des französischen Verlegers und Autors Jean-Jacques Pauvert

Am Mikrofon: Burkhard Müller-Ullrich

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Grün ist die Hoffnung - Cannabis als Medizin

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Sonntag

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Freistil

Höher, breiter, schneller, weiter?
Vom Wachstum auf Gedeih und Verderb
Von Bettina Mittelstraß
Regie: Philippe Bruehl
Produktion: DLF 2011

"Seid fruchtbar und mehret euch" - ob biblische Uraufforderung oder genetisches Programm: Leben heißt wachsen. Was nicht gedeiht, verdirbt. Deshalb soll wie im Leben wachsen und gedeihen, was der Mensch sich schafft: Glück und Gesundheit, Sicherheit oder Wohlstand. Ein kleines bisschen höher oder breiter, schneller, mehr oder weiter geht dabei immer. Wer wollte nicht über sich hinaus wachsen? Doch der Spielraum ist eng zwischen Gedeih und Verderb. Wo ist wann genug gewachsen? Schon 1972 schockierte der Club of Rome mit seiner pessimistischen Studie "Die Grenzen des Wachstums". Kürzlich propagierte der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel sogar "Wohlstand ohne Wachstum". Wer wacht heute über das Wachstum im kritischen Moment? Eine Spurensuche.

21:00 Uhr

Nachrichten

21:05 Uhr

Konzertdokument der Woche

Jean-Philippe Rameau
‚Platée‘. Komische Oper in einem Prolog und drei Akten (Teilwiedergabe)

Cithéron - Marc Mauillon, Bariton
Mercure - Cyril Auvity, Tenor
Platée - Marcel Beekman, Tenor
Clarine - Emmanuelle de Negri, Sopran
Jupiter - Edwin Crossley-Mercer, Bariton
Mommuss - João Fernandes, Bass
La Folie - Simone Kermes, Sopran
Junon - Émilie Renard, Mezzosopran

Chor und Orchester Les Arts Florissants
Leitung: Paul Agnew

Aufnahme vom 27.3.14 aus der Opéra Comique, Paris

22:00 Nachrichten 

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Das war der Tag

23:30 Uhr

Sportgespräch

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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Die spanische Komponistin Maria de Alvear (Berthold Wegner)
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Eine Walkuh begegnet einer Alge, eine Häsin einer Mohnblume, eine Bärin trifft auf eine Linde, eine Stute auf einen Ölbaum. In Maria de Alvears Zyklus "Flores" korrespondieren weibliche Geschöpfe nichtmenschlicher Art - und wirken sehr einvernehmlich und voller innerer Freiheit dabei.

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