Samstag, 16.12.2017
StartseiteSprechstundeDer Harnweg ist ausschlaggebend28.07.2015

ProstatakrebsDer Harnweg ist ausschlaggebend

Beim Wasserlassen haben Männer die ersten Probleme, irgendetwas stimmt nicht. Dieses Irgendetwas hat in vielen Fällen mit der Prostata zu tun. Klarheit über den Zustand der Vorsteherdrüse schafft eine Untersuchung, die üblicherweise urologische Fachpraxen und Kliniken anbieten. Wichtigstes Instrument ist dabei der Ultraschall.

Von Mirko Smiljanic

Professor Thorsten Schlomm zeigt in der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf ein 3D-Modell einer Prostata. (picture alliance / dpa - Axel Heimken)
Das 3D-Modell einer Prostata. (picture alliance / dpa - Axel Heimken)
Weiterführende Information

Prostatakrebszentrum am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf

Deutsche Urologie (Homepage)

Männergesundheitsportal (Homepage)

Malaria-Information Paul-Ehrlich Institut

Bettwanzen Information des Umwelt Bundesamtes

Prostatakrebs Neues Analysegerät soll Erkennung verbessern

St.-Elisabeth-Krankenhaus Köln, Klinik für Urologie. Ein kleiner zweckmäßig eingerichteter Behandlungsraum, links Schränke für medizinisches Material, in der Mitte ein mobiles Ultraschallgerät mit schwenkbarem Monitor, rechts eine Patientenliege.

"Wir haben hier den Herrn Müller heute zur Untersuchung eingeladen und er hat seit längerem Probleme beim Wasserlassen, muss sehr häufig Wasserlassen und muss auch pressen", erklärt Oberarzt Dr. Markus Funk. "Und wir möchten heute einen transrektalen Ultraschall machen, im Slang wird das auch TRUS genannt, um die Größe der Prostata zu bestimmen und mögliche anatomische Veränderungen nachweisen zu können."

Der 64 Jahre alte Patient liegt entspannt auf der Seite, die Untersuchung daure nicht sonderlich lange, außerdem verursache sie keine Schmerzen, versichert der Mediziner dem Mann, während er das Ultraschallgerät einstellt.

"Dieses längliche Gerät, was wir hier sehen, ist eine Ultraschallsonde, die in den Enddarm eingeführt wird, in ähnlicher Weise kennt man es von der Gynäkologie, wo es für die vaginale Untersuchung genutzt wird."

Das Gerät ist vorbereitet, die Untersuchung beginnt.

"Nicht erschrecken, das ist etwas unangenehm, wir führen dieses Instrument vorsichtig ein, so das war's schon, jetzt schauen wir uns um, was ich jetzt sehe, ist die Prostata in einer bestimmten Ebene, das sieht eigentlich ganz gut aus, das Gewebe ist homogen, was wir ja beschreiben wollen, ist, ob es Zysten gibt oder Ähnliches, oder ob es dunkle oder hellere Stellen gibt, wenn ich das mal so sagen darf, das ist bei Ihnen nicht der Fall, das Gewebe sieht relativ ähnlich aus, es ist homogen, wie wir sagen."

Vorsichtig bewegt Markus Funk den Ultraschallkopf, während er die Bilder auf dem Monitor beobachtet.

"Jetzt werde ich mal die zweite Ebene hinzuziehen, und dann werden wir bestimmte Linien ausmessen... das Volumen, also die Größe der Prostata, beträgt bei Ihnen 40 Kubik, das ist eine Vergrößerung der Prostata, die Größe der Prostata ist aber eigentlich nicht das Entscheidende, entscheidend ist, ob der Harnweg eingeschränkt ist, das können wir nur klinisch betrachten, bei Ihnen sieht man, dass die Samenblasen völlig in Ordnung sind, also keine Erweiterung der Samenblasen".

Die Blasenwand – so Funk – sei allerdings etwa verdickt, was aber zu einer vergrößerten Prostata passe.

"Wenn Sie jetzt genau drauf achten, können wir hier sogar, das können wir mit Farbe markieren, den Ausstoß des Urins aus den Einmündungen der Harnleiter sehen... und jetzt werde ich das Instrument wieder entfernen."

Ende der Untersuchung, deren Resultat für den Patienten recht günstig aussieht: Ein akuter Handlungsbedarf besteht nicht.

"Er hat also noch etwas Zeit, das ist eine fortschreitende Erkrankung, wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, wo ich sagen würde, man kommt um eine Operation nicht mehr hinweg."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk