Sonntag, 17.12.2017
StartseiteForschung aktuellKritik an der Prefere-Studie28.11.2016

Prostatakrebs-TherapieKritik an der Prefere-Studie

Die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland ist das Prostatakarzinom. Behandlungen gibt es verschiedene: Welche davon die beste ist, sollte die groß angelegte Prefere-Studie zeigen. Die wird nun allerdings kritisiert, auch von Lothar Weißbach, wissenschaftlicher Berater bei der Stiftung Männergesundheit.

Lothar Weißbach im Gespräch mit Arndt Reuning

Die Vorbereitung sowie die Anästhesie in einem OP. (picture-alliance / dpa / Klaus Rose)
Wie Prostatakrebs richtig zu behandeln ist - darüber sind sich Wissenschaftler uneins. Hier die Vorbereitung in einem OP. (picture-alliance / dpa / Klaus Rose)
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Die Prefere-Studie wendet sich an Männer mit lokal begrenztem Prostatakrebs. Sie soll klären, welche Therapie sich für solche Patienten mit einem Niedrig-Risiko-Karzinom am besten eignet. Vier verschiedene Behandlungen kommen in Frage:

1. "Die Prostata wird durch eine Operation vollständig entfernt, zum Beispiel durch einen Schnitt am Unterbauch oder auch eine sogenannte Schlüsselloch-Operation."

2. "Eine Strahlentherapie von außen. Die ionisierende Strahlung eines Linearbeschleunigers führt dazu, dass die Tumorzellen absterben. Das umliegende Gewebe soll vor Schäden möglichst gut geschützt werden."

3. "Eine Strahlentherapie von innen. Eine kleine radioaktive Strahlenquelle wird in der Prostata platziert. Sie ähnelt in Form und Größe einem Reiskorn, und ihre Strahlung reicht nicht weit in das gesunde Gewebe hinein."

4. "Aktive Überwachung, also regelmäßige medizinische Kontrollen. Der Arzt greift nur ein, falls der Tumor wächst oder aggressiver wird."

Die Prefere-Studie ist die erste Untersuchung, die die Wirksamkeit aller vier Optionen miteinander vergleicht, und zwar auf randomisierter Basis. Das heißt: Die Teilnehmer werden zufällig von einem Computerprogramm einem der vier Therapie-Arme zugeteilt. Dadurch sollen andere Einflussfaktoren, wie etwa das Alter der Patienten, weitgehend ausgeglichen werden. Begonnen hat die Studie im Jahr 2013. Die Teilnehmer sollen bis 2030 begleitet werden. Nach den ersten beiden Studienjahren hatte sich allerdings abgezeichnet, dass es an Teilnehmern mangelte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Erst kürzlich war deshalb wieder Kritik laut geworden an der rund 25 Millionen Euro teuren Studie.

Hinweis: Das Gespräch können Sie nach der Sendung mindestens sechs Monate lang als Audio-on-demand abrufen.

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