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StartseiteNachrichten vertieftEinsatz für humaneren Strafvollzug27.12.2013

Pussy-Riot-AktivistinnenEinsatz für humaneren Strafvollzug

In Moskau haben sich die freigelassenen Frauen der Punk-Band Pussy Riot zu ihren Plänen geäußert: Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina wollen weiter Präsident Putin vertreiben und sich für Strafgefangene einsetzen.

Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa sprechen bei ihrer Pressekonferenz in die Mikrofone der Journalisten (dpa / Sergei Ilnitsky)
Pussy Riot wollen künftig "Stimme der Gefangenen" sein (dpa / Sergei Ilnitsky)
Weiterführende Information

Freigelassene Aktivistinnen wollen sich für Menschenrechte einsetzen (Deutschlandfunk, Informationen am Abend, 23.12.2013)

Beck: Putin spielt "mal guten oder mal bösen Zar" (Deutschlandfunk, Interview, 23.12.2013)

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"In Russlands Straflagern gibt es Menschen, die sich am Rande des Todes befinden", sagte die Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa. Mit der neuen Organisation "Rechtszone" wollen sich die beiden für einen humaneren Strafvollzug in Russland einsetzen und eine "Stimme der Gefangenen" sein. 

Pussy Riot: Chodorkowski soll als Präsident kandidieren

Konkrete Aktionen gegen den Kreml haben die Pussy-Riot-Aktivistinnen dagegen nicht geplant, ihre Haltung zu Präsident Wladimir Putin habe sich aber nicht geändert, sagte die 24-jährige Tolokonnikowa. "Wir wollen ihn weiterhin vertreiben." Die beiden Aktivistinnen plädieren dafür, dass der in der vergangenen Woche freigekommene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski als Präsident kandidiert.

Unsere Russland-Korrespondentin Gesine Dornblüth Audio: Musikerinnen von Pussy Riot äußern sich zu ihrer Zukunft, es habe sich um einen sehr überlegten, ruhigen, aber auch emotionalen Auftritt der Aktivistinnen gehandelt. Tolokonnikowa und Aljochina waren am Freitag nach ihrer Freilassung gemeinsam per Flugzeug in die russische Hauptstadt Moskau zurückgekehrt. Am Montag waren sie vorzeitig aus der Haft freigekommen, nachdem das Parlament ein Amnestiegesetz beschlossen hatte.

Aktivistin Tolokonnikowa: ganz Russland ein "einziges Straflager"

Nach ihrer Freilassung gaben sich die Frauen weiter kämpferisch: Aljochina nannte die Amnestie einen "PR-Trick" der russischen Regierung, um ihr Image vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi aufzubessern. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein "einziges Straflager".

Die beiden Musikerinnen waren im Februar 2012 nach einer Protestaktion gegen Putin in einer Moskauer Kathedrale wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die ebenfalls wegen der Aktion verurteilte Pussy-Riot-Aktivistin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten weltweit Proteste ausgelöst.

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