Freitag, 19.01.2018
StartseiteVerbrauchertippGuter Sekt muss nicht teuer sein 22.11.2017

Qualitätsschaumweine im TestGuter Sekt muss nicht teuer sein

Es muss nicht immer Schampus sein: Die Stiftung Warentest hat die in Deutschland am häufigsten verkauften Sektmarken untersucht - vom teuren und edlen Tropfen bis hin zum Discounterangebot. Und: Die meisten konnten überzeugen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Sektkorken schießt aus einer Sektflasche heraus. (imago/Westend61)
Egal welches Produkt: Sekt am besten kalt, aber nicht direkt aus dem Kühlschrank genießen, empfehlen die Tester (imago/Westend61)
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Was ist guter Sekt?

Natürlich hat die EU-Bürokratie längst auch beim prickelnden und perlenden Sektgenuss alles ganz penibel geregelt. Es handelt sich generell um Qualitätsschaumwein, so die offizielle Bezeichnung. Und im Gegensatz zu einfachem Schaumwein ist hier eine zweite Gärung vorgeschrieben. Auch der jeweilige Süßegrad hat strenge Maßstäbe: Ein Brut, das ist die französische Bezeichnung für herb, darf maximal 12 Gramm Zucker pro Liter enthalten, bei halbtrockenem Sekt sind bis zu 50 Gramm erlaubt.

Gute Bewertungen - aber auch kleine Mängel

Die Vorgaben wurden allesamt eingehalten. 21 Qualitätsschaumweine wurden im Labor untersucht und ebenso von renommierten Weinkennern verkostet. Die allermeisten erhielten mindestens gute Bewertung: immerhin 17 von 21. Warentester Jochen Wettach:

"Wir hatten aber auch einige, kleinere Mängel: Die waren etwas unsauber im Geruch oder unharmonisch im Geschmack. Einer war ganz leicht muffig. Und im schlimmsten Fall - wie bei einem Produkt - gab es einen korkähnlichen Muffton. Obwohl das Produkt gar nicht mit einem Naturkorken verschlossen war."

Flaschengärung versus Tankgärung

Doch ist Sekt natürlich nicht gleich Sekt. Wahre Enthusiasten schwören auf die traditionelle Flaschengärung. Inzwischen eher eine Ausnahme, denn die am häufigsten praktizierte Herstellung ist die Tankgärung, so lassen sich große, einheitliche und auch vergleichsweise günstige Mengen produzieren. Zudem werden in den Großbehältern meist Weinmischungen vergoren. Die Testergebnisse zeigen, dass die Sektkenner zumindest tendenziell richtig liegen, aber:

"Die überwiegende Anzahl der Tankgärungssekte war völlig in Ordnung. Einer davon hat auch eine sehr gute Bewertung bekommen. In der Regel ist aber die Spitzengruppe eher mit traditionellen Flaschengärungsverfahren hergestellt."

Keine Schadstoffe

Im Labor wurden die Sektsorten auf Schadstoffe untersucht. Auch hier kann Entwarnung gegeben werden. Bedenkliches wie Rückstände von Schwermetallen oder auch von Arsen oder Cyanid wurden nicht gefunden. Warentester Jochen Wettach:

"Es wird natürlich im Weinanbau relativ viel gespritzt. Da braucht man nicht herumreden. Allerdings für die Sekttrinker von Vorteil: Vieles davon bleibt außen auf der Schale der Traube. Und durch die Zweitgärung werden einige der Pestizide - allein durch die mikrobakterielle Aktivität der Hefe - verringert oder ganz abgebaut."

Discounterprodukte besser als so mancher Markensekt

Fünf Produkte erhielten eine sehr gute Bewertung: Vorn liegt der Sekt von "Schlumberger". Die 0,75-Liter-Flasche kostet 14 Euro, der teuerste Sekt in der Untersuchung. Der günstigste unter den mit "sehr gut" bewerteten Tropen ist der "Brut Dargent" für 7 Euro. Doch auch viele Discounterprodukte konnten mit einer guten Note überzeugen: Die Qualitätsschaumweine von "Aldi" oder "Lidl" beispielsweise - Verkaufspreis jeweils unter 3 Euro. Sie lagen damit sogar vor so manchem bekannten Markennamen.

Einschenken und einen Moment stehen lassen

Das Gros der untersuchten Sektsorten ist somit eine Empfehlung wert. Keine schlechten Voraussetzungen für einen edlen Schluck während der Feiertage, so die Stiftung Warentest.

"Am besten gleich nach dem Einkauf verzehren. Vor dem Servieren kommt er natürlich in den Kühlschrank. Schmecken tut er am besten, wenn er nicht ganz kühlschrankkalt ist. Also einschenken und einen Moment stehen lassen - dann ist er optimal."

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