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Rassismus-VorwürfeMDR streicht Sendung kurzfristig

Das Bild zeigt drei Tweets auf lila Hintergrund. (Montage Deutschlandradio / Screenshots Twitter)
Mit einer umstrittenen Ankündigung für eine Radiosendung hat der MDR viel Kritik auf sich gezogen. (Montage Deutschlandradio / Screenshots Twitter)

Nach heftiger Kritik am Ankündigungstext hat der Mitteldeutsche Rundfunk kurzfristig eine Diskussionssendung im Hörfunk gestrichen.

Zuvor hatten zwei Teilnehmer - der Autor Robert Feustel und die sächsische Linken-Politikerin Köditz - ihr Kommen abgesagt. Außerdem waren die Politikerin Frauke Petry und der Moderator Peter Hahne eingeladen.

Anlass der Kritik war die Ankündigung für eine Radiosendung, in der es um politische Korrektheit gehen sollte. In dem Text benutzte der MDR unter anderem das als rassistisch einzustufende Wort "Neger", verbunden mit der Frage, ob man es heute noch verwenden dürfe. Auch bei Twitter veröffentlichte der Sender den Text.

Die Reaktionen auf den Tweet gehen inzwischen in die Hunderte. Viele Nutzer sind empört und fassungslos. Die Organisation Pro Asyl etwa twittert: "Ist das wirklich Euer Ernst, @MDR_SN?! Mit Frauke #Petry und drei weiteren weißen Menschen darüber fachsimpeln, ob es nicht doch eigentlich irgendwie okay ist, wenn man mal rassistische Begriffe benutzt?"

Die Bildungsstätte Anne Frank mit Sitz in Frankfurt twittert: "Der @MDR_SN versucht sich mit neurechten Strategien des Tabubruchs, um Aufmerksamkeit zu generieren". Außerdem empfiehlt die Bildungsstätte dem Sender einen Workshop - sowie einen "Blick in unsere Broschüre 'Deutscher Kolonialismus - Ein vergessenes Erbe?"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby schreibt: "Wer schon in der Bewerbung der Sendung das "N-Wort" benutzt, will keine sachliche Debatte, sondern provozieren und ausgrenzen." Auch die Satiresendung Extra3 des Norddeutschen Rundfunks reagierte schon. Dort heißt es: "Wann war dieses heute? Und warum hatte der MDR Sachsen damals schon Twitter?"

Später änderte der MDR den Text. Dazu schreibt der Sender auf Twitter: "Wir entschuldigen uns für die rhetorisch gemeinte Einstiegsfrage unseres Tweets. Wir haben mit der Überspitzung die Gefühle vieler verletzt." Auf der Internetseite des MDR wurde der Text mit dem Zusatz versehen: "Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde nach heftiger Nutzerkritik geändert."

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.