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Raubkunst-FundOetker entschädigt Erben

Foto vom Sitz der Dr. August Oetker KG in Bielefeld. Im Vordergrund ist das große Oetker-Logo in den Farben rot, blau und weiß zu sehen.  (Oliver Krato/dpa)
Oetker-Gruppe (Oliver Krato/dpa)

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker hat in seiner Kunstsammlung ein weiteres Werk als NS-Raubkunst ermittelt.

Es geht um einen Silberbecher in Form einer Windmühle, den der Augsburger Tobias Kicklinger zwischen 1612 und 1616 gefertigt hat. Der Becher war 2009 von der Kunstsammlung in Bielefeld gekauft worden, "in gutem Glauben", wie das Kuratorium der Sammlung betont.

Allerdings hatte der Becher eine dunkle Vorgeschichte: Er gehörte der Bankierswitwe Emma Ranette Budge, deren Sammlung nach ihrem Tod 1937 versteigert worden war. Auf den Erlös hatten die Erben keinen Zugriff. 2011 gaben die Budge-Erben eine Suchmeldung nach dem Becher auf. Jetzt einigte sich Oetker mit der Erbengemeinschaft auf eine finanzielle Entschädigung, der Becher bleibt in der Oetker-Sammlung.

Seit Anfang 2015 lässt das Unternehmen die Sammlung von Rudolf-August Oetker auf NS-Raubkunst überprüfen. Bislang gibt es drei Funde. Die Suche nach unrechtmäßig durch die Nazis enteignete Kunst in der eigenen Unternehmenssammlung gilt als beispielhaftes Engagement. Dabei hält sich Oetker an die internationalen Washingtoner Prinzipien. Diese regeln die Rückgabe der Kunstwerke oder finanzielle Entschädigungen und gelten eigentlich nur für öffentliche Häuser.