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RechtsmedizinPilotprojekt für ungeklärte Todesfälle

Instrumente liegen am Obduktionstisch im Institut für Rechtsmedizin in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Frederico Gambarini)
Instrumente liegen am Obduktionstisch im Institut für Rechtsmedizin in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Frederico Gambarini)

In einem Pilotprojekt will die Stadt Frankfurt am Main ihre Leichenschau bei unklaren Todesfällen professioneller gestalten und so auch mehr Verbrechen aufdecken.

Seit Anfang des Jahres begleitet in der Stadt ein Rechtsmediziner die Polizei, wenn sie zu einer Leiche gerufen wird. Dafür wurde eine neue Stelle am Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik geschaffen. 100.000 Euro lässt sich die Stadt das Projekt für ein Jahr kosten. Auf diese Weise soll unter anderem schneller geklärt werden, ob ein Tötungsdelikt vorliegen könnte.

Experten bemängeln seit Jahren Missstände bei der Leichenschau und zuviele fehlerhafte Totenscheine. Während andere Länder deutlich häufiger einen Rechtsmediziner zu Rate ziehen, kommt in Deutschland häufig ein Hausarzt zur Leichenschau. Nach Schätzungen der Polizei bleiben jedes Jahr bundesweit rund 1.000 Tötungsdelikte unerkannt, weil die Leichen nicht sorgfältig untersucht werden. Hintergrund sei mangelnde Ausbildung der Ärzte, Zeitdruck und auch fehlendes Engagement.

Diese Nachricht wurde am 13.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.