Mittwoch, 13.12.2017
StartseiteVerbrauchertippWegwerfen mit System28.09.2017

Recycling und MülltrennungWegwerfen mit System

Deckel auf, Müll rein, Deckel zu: So einfach ist es nicht mehr, seit graue, gelbe, grüne und blaue Tonnen vor der Tür stehen und etwa für Elektroschrott noch andere Regeln gelten. Abfall ist ein begehrter Rohstoff - allerdings nur, wenn er mit System weggeworfen wurde.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Eine Frau legt eine Tüte mit Restmüll in eine Mülltonne.  (dpa / picture alliance / Bernd Weißbrod)
In jeder Kommune funktioniert die Mülltrennung anders. (dpa / picture alliance / Bernd Weißbrod)
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Auf dem Recyclinghof in Münster ist der Andrang groß. Oft genug muss man warten, bis man seinen Müll loswird. Für viele kein Problem:

"Weil ich jeder Zeit hier zu Deponie fahren kann, die Leute sehr nett sind und helfen, wo die Sachen hin müssen."

Zu Hause aber wird die Sache schon schwieriger, zeigen die Erfahrungen von Philipp Heldt. Er ist einer der Müllexperten der Verbraucherzentrale NRW:

"Wir sind schon verstört, dass es in allen möglichen Landkreisen abweichende Regelungen gibt. Und das bedeutet: Wenn ich umziehe, muss ich meine Abfalltrennung komplett neu lernen. Das ist schon kompliziert."

Bunte Tonnenvielfalt sorgt für Verwirrung

Schon die bunte Mülltonnenvielfalt sorgt für Verwirrung. Immerhin: Ein paar grobe Regeln gibt es aber. Im gelben Sack oder der gelben Tonne werden Verpackungsreste gesammelt. Egal, ob aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium. Doch die sogenannten Fehlwürfe häufen sich.

"Habe ich Blumentöpfe mit der Blume zusammen gekauft, dann gilt der Blumentopf als Verpackung und darf in die gelbe Tonne geworfen werden, Habe ich aber den Blumentopf im Baumarkt gekauft, um irgendetwas einzupflanzen, dann gehört er in den Restmüll. Er ist keine Verpackung, und in die gelbe Tonne dürfen ja nur Verpackungen."

In vielen Städten werden deshalb sogenannte Wertstofftonnen eingeführt, wie zum Beispiel in Münster, organisiert von Manuela Feldkamp:

"Wertstofftonnen heißt, dass das man Verpackungsmaterialien, die eigentlich in den gelben Sack gehören plus sogenannte stoffgleiche Nicht-Verpackungen wie zum Beispiel der Kunststoffeimer, dass man das zusammen in einer Tonne entsorgen kann."

So landen weniger Kunststoffe auf der Mülldeponie und werden recycelt.

Die Wiederverwertung von Altglas, Altkleidern und Altpapier ist mittlerweile ein einfaches System. Dafür gibt es meist an festen Sammelstellen große Container und für das Altpapier häufig blaue oder grüne Tonnen zu Hause.

Elektroartikel, egal wie groß oder klein, dürfen nicht in die Restmülltonne und müssen fachgerecht entsorgt werden. Bisher war das in den meisten Städten sehr aufwendig, aber das ist jetzt einfacher, erklärt Philipp Heldt:

"Es ist jetzt relativ einfach, die alten Elektrogeräte irgendwo in einen Karton zu tun, zum Beispiel im Keller. Früher konnte man die nur in den Recyclinghöfen der Kommunen abgeben. Jetzt gibt es das schöne, neue Gesetz, was auch den Handel dazu zwingt, alte Elektrogeräte zurückzunehmen. Das sind zwar nur die großen Elektrokaufhäuser, aber dafür hat man ja meistens doch eher eines näher liegen als den Recyclinghof, und da kann man sagen: Hier, ich möchte meinen alten Föhn zurückgeben. In der Regel wird er dann auch angenommen."

Biotonne ist Sorgenkind

Das Sorgenkind der Abfallentsorger ist die Biotonne für Küchen und Gartenabfälle. Manuela Feldkamp in Münster findet da eine Menge Restmüll statt Grünzeug und Co.

"Sogar Schuhe haben wir da schon gefunden."

Auch sogenannte abbaubare oder kompostierbare Tüten, zum Beispiel aus Maisstärke, brauchen zu viel Zeit, um zu verrotten, erklärt Manuela Feldkamp.

"Das Problem ist, dass unsere Behandlungsanlage hier in Münster für Bio- und Grünabfälle Plastiktüten, auch kompostierbare Folienbeutel, sofort vor Beginn der Behandlung aussortiert. Zum einen bezahlen die Verbraucher und Verbraucherinnen relativ viel Geld für die kompostierbaren Beutel, zum anderen verlieren wir also, dass wir die aussortieren als Störstoff zu Beginn des Prozesses, eine Menge an Bioabfall."

In Münster klebt deshalb inzwischen auf jeder Biotonne ein entsprechender Aufkleber: "Kein Plastik in die Biotonne". Die einfachste Lösung ist, Bioabfälle in Zeitungspapier oder Papiertüten einwickeln und zusammen mit Grünabfällen in die Biotonne werfen. So bleibt die Tonne sauber. Trotzdem sollte man sie einmal im Jahr reinigen.

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