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Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
StartseiteTag für TagLuthers Thesen - neu gelesen (21)17.07.2017

Reformation in SerieLuthers Thesen - neu gelesen (21)

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann und Rebecca Lühmann von der Evangelischen Jugend kommentieren Martin Luthers 21. These.

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These 21: "… von jeder Strafe gelöst …"
These 21: "… von jeder Strafe gelöst …"
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These 21: "Es irren diejenigen Ablassprediger, die sagen, dass ein Mensch durch Ablässe des Papstes von jeder Strafe gelöst und errettet wird."

Feridun Zaimoglu, Schriftsteller: "Martin Luther hat von den Ablasskrämern als des Teufels Gehilfen gesprochen. Er hat darauf hingewiesen, dass wir die verlorene Taufunschuld nicht wiedererlangen, indem wir den sogenannten Lösepreis von Pfennigen und Groschen und Gulden entrichten. Das war sehr gut und die Ablasskrämer sind im Unrecht gewesen, damals wie heute."

Bildergalerie These 21 Rebecca Lühmann, stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche HannoverFeridun Zaimoglu bei einer Lesung in Berlin am 17.2.2017Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann

Thomas Kaufmann, Kirchenhistoriker: "Es geht hier um die sogenannten Plenarablässe, also jene Ablässe, die eine vollständige Vergebung von Sünde und Schuld anboten. Der Tetzelsche Ablass war ein solcher. Und Luther behauptet, dies sei ein Irrtum, weil die Ablässe zwar von der auferlegten Sündenschuld – also vom Priester, von der Kirche auferlegten Sündenschuld – befreien können, denn Schuld, die Menschen auferlegen, können auch Menschen vergeben, aber dass die göttliche Strafe nur im Auftrag Gottes vergeben werden kann."

Rebecca Lühmann, Evangelische Jugend: "Wer sind wir, zu sagen, was eine gerechte Strafe ist – an Gottes statt zu urteilen?! Wir können das ja auch gar nicht. Wir sind natürlich tagtäglich dazu gezwungen, wir sollten uns aber immer wieder bewusstmachen, dass wir sehr leicht falschliegen können und sollten Größe zeigen, wenn wir genau dies erkennen."

Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern

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