Freitag, 15.12.2017
StartseiteTag für TagLuthers Thesen - neu gelesen (29)27.07.2017

Reformation in SerieLuthers Thesen - neu gelesen (29)

Die katholische Theologin Johanna Rahner, Rebecca Lühmann von der Landesjugendkammer der evangelischen Kirche und Frieder Otto Wolf vom Humanistischen Verband Deutschlands kommentieren Luthers 29. These.

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These 29: "… ob alle Seelen losgekauft werden wollen …"
These 29: "… ob alle Seelen losgekauft werden wollen …"
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These 29: "Wer weiß denn, ob alle Seelen im Fegfeuer losgekauft werden wollen, wie es nach der Erzählung bei den Heiligen Severin und Paschalis passiert sein soll."

Johanna Rahner, katholische Theologin: "So todernst, wie wir heute das Thema bedenken, scheint Luther selbst nicht jede seiner Ablassthesen gemeint zu haben. Er nimmt die kirchliche Drohkulisse auch manchmal auf die Schippe. Was wäre, wenn nun welche freiwillig im Fegefeuer bleiben wollten? Wie einst Severin oder Paschalis. Sei's drum."

Rebecca Lühmann, Landesjugendkammer der evangelischen Kirche: "Bevormundung. Wie oft hören wir Eltern sagen, sie wollen doch nur das Beste für ihre Kinder. Und wie erfolgreich sind sie dabei, wenn sie ebendiese nicht in diesen Prozess einbeziehen? Lasst uns wieder aufmerksamer einander zuhören und Räume für eben diese individuellen Verwirklichungen schaffen."

Bildergalerie These 29Die Theologin Johanna Rahner Rebecca Lühmann, stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche HannoverFrieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland

Frieder Otto Wolf, Humanistischer Verband Deutschlands: "Das scheint mir ja nun eine ganz sophistische Argumentation zu sein. Wenn es denn so etwas wie ein Fegefeuer gibt, was ja eine Strafe ist zu Beginn des ewigen Lebens – merkwürdiges Konstrukt, aber gut – das kann man nicht mit heiligen Anekdoten, die angeblich verbrannt werden wollten, irgendwie diskutieren. Also das halte ich für ein vielleicht unter damaligen Theologen noch zulässiges, aber jedenfalls völlig grundloses Argument."

Rahner: "'Hier steht ich nun, ich kann nicht anders.' Manchmal kann er eben doch anders."

Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern

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