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StartseiteTag für TagLuthers Thesen - neu gelesen (60)08.09.2017

Reformation in SerieLuthers Thesen - neu gelesen (60)

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die katholische Theologin Johanna Rahner und die buddhistische Nonne Carola Roloff kommentieren Luthers 60. These.

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These 60: "… Christi Verdienst geschenkt …"
These 60: "… Christi Verdienst geschenkt …"
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These 60: "Wohlüberlegt sagen wir: Die Schlüsselgewalt der Kirche, durch Christi Verdienst geschenkt, ist der Schatz der Kirche."

Thomas Kaufmann, Kirchenhistoriker: Die Absolutionsvollmacht, die Christus im Verhältnis zu den Sünden der Kirche überträgt, ist der eigentliche Schatz, mit dem die Kirche den Weg zum Heil öffnet, aber nicht eine sozusagen exklusiv in päpstlicher oder priesterlicher Verfügungsgewalt befindliche Kiste, in der gleichsam dinglich-materiell die überschüssigen Verdienste Christi und die Werke der Heiligen verfügbar gemacht werden."

Bildergalerie These 60Die Theologin Johanna RahnerSeit mehr als 30 Jahren setzt sich die tibetische Nonne Carola Roloff für die volle Nonnenordination ein - an der Hamburger Universität analysiert sie die alten Quellen.Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann

Johanna Rahner, katholische Theologin: "Kirche kommt nicht von ihrem Wesen, ihrem Sein, sondern von ihrer Missio, ihrer Sendung, ihrem Dienst in den Blick. Ein anderes Bild von Kirche dämmert am Horizont."

Carola Roloff, buddhistische Nonne: "Es heißt ja, dass Christus, als er am Kreuz gestorben ist, die Sünden der gesamten Menschheit auf sich genommen hat. Das erinnert mich an das Bodhisattva-Ideal im Buddhismus, wo es eben um das Wohl der anderen geht, das über das eigene Wohl gestellt wird. Die Buddhas können einem weder die schlechten Taten oder das Leiden abnehmen, noch können sie ihre eigenen Erkenntnisse auf einen übertragen. Weil wenn sie das könnten, hätten sie es aufgrund ihres großen Mitgefühls längst getan. Sie zeigen einem den Weg zur Erkenntnis. Das heißt: den Weg zur Befreiung. Aber gehen muss jeder von uns diesen Weg selbst."

Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern

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