Seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk aktuell
 
  • Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk aktuell
StartseiteTag für TagLuthers Thesen - neu gelesen (63)13.09.2017

Reformation in SerieLuthers Thesen - neu gelesen (63)

Der Humanist Frieder Otto Wolf, die Schriftstellerin Thea Dorn und der Schriftsteller Feridun Zaimoglu kommentieren Martin Luthers 63. These.

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
These 63: "… er macht aus Ersten Letzte."
These 63: "… er macht aus Ersten Letzte."
Mehr zum Thema

Luthers Thesen - neu gelesen - hier alle Thesen

These 63: "Der wahre Schatz der Kirche, das Evangelium, ist aus gutem Grund ganz verhasst, denn er macht aus Ersten Letzte."

Frieder Otto Wolf, Humanist: "Das ist in der Tat ein wichtiger Aspekt der Botschaft des Jesus von Nazareth, tatsächlich zu sagen: 'Die Ersten werden die Letzten sein' und die Kirche eben von den Armen und Ausgeschlossenen her zu denken und aufzubauen. Aber das ist etwas, was die Kirche schon längst hinter sich gelassen hatte, und was auch Luther nicht wirklich weiterverfolgt hat. Siehe seine schlimmen Stellungnahmen gegen die aufständischen Bauern."

Thea Dorn, Schriftstellerin: "Wer konnte in besonders großem Maße sich Ablassbriefe leisten? Das waren die Reichen, die besonders viel Geld hatten. Also – das erkennt Luther hier messerscharf – ist eigentlich der Ablasshandel eine völlige Unterwanderung der christlichen Fundamentalethik. Und dann könnte Luther in dieser These auch fast noch anmerken, dann kann man aber eigentlich auch gleich das ganze Christentum sein lassen, wenn man das nur durch den Ablasshandel ins Jenseits verlängert."

Bildergalerie These 63Schriftstellerin und Literaturkritikerin Thea DornFrieder Otto Wolf - Philosoph, Politikwissenschaftler und Präsident des Humanistischen Verbandes DeutschlandDer Schriftsteller Feridun Zaimoglu  im März 2017

Feridun Zaimoglu, Schriftsteller: "Auf dem Index der damaligen Amtskirche stand nicht irgendwie ein ketzerisches Buch, sondern auch die Bibel. Es war dem Volk verboten, in der Bibel zu lesen. Denn hätten die Frauen und Männer in der Bibel gelesen, dann hätten alle erkannt, was es für einen großen Widerspruch gibt zwischen dem Wort Gottes und der Herrschaft der Menschen, die sich auf das Wort Gottes berufen."

Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk