Freitag, 15.12.2017
StartseiteTag für TagLuthers Thesen - neu gelesen (65)15.09.2017

Reformation in SerieLuthers Thesen - neu gelesen (65)

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die Historikerin Katharina Kunter und die katholische Theologin Johanna Rahner kommentieren Martin Luthers 65. These.

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
These 65: "… Menschen von Reichtümern fischte."
These 65: "… Menschen von Reichtümern fischte."
Mehr zum Thema

Luthers Thesen - neu gelesen - hier alle Thesen

These 65: "Die Schätze des Evangeliums sind die Netze, mit denen man einst Menschen von Reichtümern fischte."

Thomas Kaufmann, Kirchenhistoriker: "Die evangelischen Schätze, das ist das, was das Evangelium an Heilsgut anbietet. Und Netze sind sie in dem Sinne, dass sie die Menschen zu Gott führen."

Katharina Kunter, Historikerin: "Na, als erstes wird natürlich die biblische Assoziierung da deutlich: Jesus, der Menschenfischer, der die Menschen für das Evangelium fischt."

Bildergalerie These 65Die Theologin Johanna RahnerDie evangelische Theologin und Historikerin Katharina KunterDer Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann

Kaufmann: "Was Luther hier einspielt ist die Erinnerung an die Verkündigung des Evangeliums im Namen Christi, die Menschen den himmlischen Schätzen zuführt, ihnen die Reichtümer zuteil werden lässt, die angeblich der Ablass vermittelt und überträgt."

Kunter: "Also man kann sagen, hier in dieser These geht es um eine Neuorientierung des Reichtums – oder des Geschenkes und des Geschenkes der Liebe Gottes. Das Evangelium soll sozusagen die Menschen fischen, die vorher sich in eine andere Richtung hin orientiert haben."

Johanna Rahner, katholische Theologin: "Worum geht es bei Kirche? Um das, was sie zu sagen hat. Im Netz des Evangeliums bleiben daher nicht nur die frommen Kirchgänger hängen. 'Der Schatz der Kirche sind nicht die Kirchensteuerzahler, sondern die, die von Herzen geben.' So beantwortet Gerhard Polt, Kabarettist, die Frage 'Was ist heute christlich?' in der 'Zeit'. Luther würde ihm von Herzen zustimmen."

Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk