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ReifenabriebForscher wollen Folgen erforschen

Bremsspuren auf einer Strasse (Rene Traut / imago stock&people)
Bremsabrieb auf einer Strasse. (Rene Traut / imago stock&people)

Was geschieht mit den Bremsspuren auf Deutschlands Straßen?

Dieser Frage wollen Forscher des Fraunhofer Instituts "Umsicht" in Oberhausen nachgehen. Ralf Bertling und Leandra Hamann erläuterten ihr Projekt "TyreWearMapping" im Deutschlandfunk Kultur: "Tyrewear heißt Reifenabrieb und Mapping heißt im Grunde Kartierung. Und in diesem Projekt beschäftigen wir uns mit Freisetzung, Ausbreitung und Verteilung von Reifenabrieb." Interessant sei in diesem Zusammenhang auch der Unterschied zwischen innerstädtischem- und außerstädtischem Verkehr. Zwar werde in der Stadt langsamer gefahren, gleichwohl gebe es dort "mehr Brems- und Beschleunigungsvorgänge". Auch Wetter-Einflüsse von Wärme bzw. Kälte sowie Trockenheit oder Nässe werden erforscht.

Die Wissenschaftler werten dazu Mobilitäts-, Geo- und Wetterdaten aus und gleichen sie mit Luft- und Wasserproben an zwei exemplarischen Stellen in Nordrhein-Westfalen und Berlin ab. Sie erhoffen Antworten auch auf die Frage, in welchem Maße der Reifenabrieb gefährlich sein könnte für Umwelt, Mensch und Tier. "Das lässt sich derzeit nämlich schlicht nicht sagen", stellt Ralf Bertling klar. Bis verlässliche Ergebnisse vorlägen, würden sicher noch zwei bis drei Jahre vergehen.

Schätzungen zufolge gelangen in Deutschland jedes Jahr 80.000 bis 110.000 Tonnen Reifenabrieb auf die Straßen. Oft sind sie sichtbar an den schwarzen Streifen, die beim Bremsen oder auch während zu rasanten Anfahrens entstehen. Von dort gelangt das Gummi schließlich über die Kanalisation in Flüsse oder ins Erdreich.

Diese Nachricht wurde am 12.04.2018 im Programm Deutschlandfunk Kultur gesendet.