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StartseiteVerbrauchertippSommerreifen schonen den Geldbeutel20.04.2017

ReifenwechselSommerreifen schonen den Geldbeutel

Nach Ostern wechseln viele Autofahrer von Winter- auf Sommerreifen. Eile ist nicht geboten, denn noch kann es kühlere Temperaturen geben. Sind die Sommerreifen erst montiert, spart das Kraftstoff und somit Geld.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

Ein Autoreifen wird auf eine Felge gezogen.  (dpa/ picture-alliance/ Sven Hoppe)
Die meisten Autofahrer kennen die "O bis O"-Faustregel, die besagt, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern gefahren werden sollen. (dpa/ picture-alliance/ Sven Hoppe)
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Die Kunden stehen Schlange, die Terminkalender der Werkstätten sind randvoll. Das Beste: Rechtzeitig einen Termin vereinbaren, rät der ADAC. Aber allzu große Eile sei jetzt noch nicht geboten, denn zwischen Küste und Bayern gäbe es noch große Wetterschwankungen mit kühlen Temperaturen:

"Wer einen Skiurlaub in den Alpen plant, sollte jetzt nicht tauschen. Da fährt man noch mit Winterrädern", sagt Peter Meintz vom ADAC Nordrhein-Westfalen. Schließlich drohen ohne entsprechende Bereifung bei Glätte und Schnee nicht nur Unfälle, sondern auch Geldstrafen und Punkte in Flensburg: Sind dann die Sommerreifen endlich montiert, dann kommt ein positiver Effekt. Denn wegen des feineren Profils sparen die Autofahrer jetzt Kraftstoff und damit auch Geld.

Apropos Geldsparen: Ein Reifenwechsel in der Werkstatt kostet zwischen 20 und 30 Euro. Wer sich jedoch für die Do-it-yourself-Methode entschließt, den kostet es nur Muskelkraft. Peter Meintz vom ADAC:

"Also wer im Umgang mit dem Drehmomentschlüssel und Kreuzschlüssel geübt ist, der kann das durchaus selbst machen. Bei den modernen Felgen ist es sicherlich angebracht die Drehmomente einzuhalten, also die Radmutter nicht einfach fest zu knallen, dass es hält, sondern wirklich kontrolliert anzuziehen, um Schäden zu vermeiden."

'Selbstschrauber' sollten ihre Reifen unbedingt richtig einlagern. Dunkel, kühl, und liegend empfehlen die Fachleute.

Selbst kleine Risse im Material können unangenehme Folgen haben

Viele Werkstätten raten dennoch vom selber Wechseln der Autoreifen ab. Den Autofahrern fehle die Übung, sowie die Erfahrung auch kleine Schäden an den Reifen zu erkennen. Schließlich können selbst kleine Risse im Material unangenehme Folgen haben. Deshalb sei der Reifenwechsel auch eine Art Check-up. Das Profil zum Beispiel sollte mindestens drei bis vier Millimeter haben, betont Peter Meintz vom ADAC:

"Besser vier Millimeter. Nur dann haben die Reifen die Eigenschaften, die man benötigt wie zum Beispiel die Wasserverdrängung. Das ist gerade im Sommer wichtig, Gewitterregen, da kann man schon mal schnell in Aquaplaning geraten und der Reifen ist da die Lebensversicherung."

Vom Profil abgesehen spielt auch das Alter der Reifen eine Rolle. Man kann das Produktionsdatum an der DOT-Nummer auf dem Reifen ablesen. Die letzten vier Ziffern geben Herstellungswoche und Jahr an. Älter als acht bis zehn Jahre sollte ein Reifen keinesfalls sein, warnt der Experte:

"Fahrzeuge, die alte Reifen drauf haben, bauen weniger Bremskräfte auf, bauen weniger Seitenführungskräfte auf."

Und dann kann ein PKW leicht ins Schleudern kommen, warnt Peter Meintz. Dann ist es unvermeidlich: Neue Reifen müssen her. Die Auswahl ist riesig. Da heißt es sich informieren, Tests studieren:

"Preise vergleichen, Angebote einholen. Der Preis für ein und denselben Reifen, in ein und derselben Dimension kann bis zu 50 Prozent schwanken."

Vom Reifen-Kauf im Internet raten Reifenhandel und ADAC ab

Die bekannten großen Hersteller, so der Reifenhandel, bieten neben ihren Premium-Produkten auch Zweit- und Drittmarken wesentlich günstiger an. Jörg Czepok Einkäufer eines großen Reifencenters aus Münster:

"Es gibt sogenannte Hausmarken, aber entweder ist das Profil oder die Mischung anders. Sie werden immer einen Unterschied merken."

Einhellig raten Reifenhandel und ADAC vom Kauf im Internet, sowie vom Erwerb gebrauchter Reifen ab. 

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