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Reiserücktrittspolice direkt beim Versicherer buchen

Online-Reiseportale bieten oft schlechtere Konditionen an

Von Dieter Nürnberger

Bei Reiserücktritts-Versicherungen sollte auf das Kleingedruckte geachtet werden.
Bei Reiserücktritts-Versicherungen sollte auf das Kleingedruckte geachtet werden. (Jan-Martin Altgeld)

Online-Reiseportale vermitteln neben der Reise meist auch die Reiserücktrittsversicherung. Diese Policen unterscheiden sich aber von denen, die direkt bei den Versicherern gebucht werden können. Oft wird ein Eigenanteil fällig oder nur in bestimmten Fällen gezahlt.

Egal, ob im Reisebüro oder im Internet gebucht wird, der Kunde sollte sich absichern. Denn je näher der Reisetermin rückt, desto teurer wird eine Stornierung. Wer beispielsweise sechs Tage vorher absagen muss, wird in der Regel Stornokosten von rund 75 Prozent selbst zu tragen haben. Deshalb empfiehlt die Stiftung Warentest bei teuren Reisen und auch bei Urlauben mit Kindern grundsätzlich den Abschluss einer Reiserücktritts- und auch einer Reiseabbruchversicherung. Birgit Brümmel:

"Weil mich natürlich das gleiche Ereignis, beispielsweise eine schwere Krankheit sowohl vor, als auch während der Reise ereilen kann. Insofern: Wenn man dann den Reiseabbruch nicht mitversichert hat, ist man während der Reise praktisch vor diesen finanziellen Nachteilen, die vielleicht durch eine verfrühte Rückreise entstehen, nicht geschützt."

Bei einer Onlinebuchung ist es bequem, im Anschluss an die Urlaubsbuchung auch gleich beim Versicherungsschutz einen Haken zu setzen und somit zu buchen. Wobei die Reiseportale den Kunden nicht selbst versichern, sondern nur vermitteln. Allerdings: Wer direkt auf die Homepage eines Versicherers geht, findet mitunter bessere Konditionen.

"Auf den Reiseportalen werden alle Tarife nur mit einem Selbstbehalt angeboten. Der beträgt häufig 20 Prozent der Stornokosten. Wird also eine sehr teure Reise gebucht, dann sollte man dies besser beim Versicherer machen, weil man sich diese 20 Prozent Stornokosten dann zurückholen kann - bei einem Tarif ohne Selbstbehalt."

Die Policen ohne Selbstbehalt sind mitunter etwas teurer. So kostet eine Reiserücktritts- und abbruchversicherung ohne Selbstbeteiligung beim Anbieter "Allianz Global Assistance" bei einem Reisepreis für eine Einzelperson von 3000 Euro 144 Euro, mit Selbstbehalt - über ein Internet-Reiseportal gebucht - 114 Euro.
Der Abschluss einer Reiseversicherung direkt beim Anbieter kann noch weitere Vorteile haben. So sind zum Beispiel die Wahlmöglichkeiten größer - das gilt vor allem für Jahresverträge.

"Die Jahresverträge sind sicher interessant für Personen oder Familien, die mehrere Reisen pro Jahr unternehmen. Das lohnt sich im Grunde schon ab der zweiten Reise, die ich in dem Jahr unternehme. Weil sie dann in der Summe doch günstiger sind."

Hinzu kommt: Ein Blick in das Kleingedruckte einer Versicherungspolice lohnt immer. Gute Verträge leisten beispielsweise nicht nur im Falle einer Krankheit als Reiserücktrittsgrund, sondern auch bei Arbeitsplatzverlust oder beim Antritt eines neuen Jobs. Bei den Reiseportalen lag der Versicherer "HanseMerkur" vorn, der bei "Opodo.de" sowohl für Einzelreisende, als auch für Familien einen sehr guten bewerteten Schutz bietet. Neben Verträgen für Einzelreisen werden hier auch Jahresverträge angeboten. Und wer direkt beim Versicherer abschließen möchte, findet auch hier sehr gute Tarife. Warentesterin Birgit Brümmel.

"Die sehr guten Versicherer in unserem Test sind "Würzburger", "HanseMerkur" und "Allianz Global Assistance". Die sowohl für Einzelreisen, als auch für Jahresverträge - für Einzelpersonen und für Familien - gute und auch sehr gute Angebote machen. Bei der "Würzburger"-Versicherung waren die Jahresverträge ein wenig schlechter bewertet als die Einzelreiseverträge. Aber ansonsten kann man diese Drei guten Gewissens empfehlen."

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