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StartseiteSprechstundePatienten haben oft einen langen Leidensweg25.04.2017

ReizdarmPatienten haben oft einen langen Leidensweg

Die Diagnose Reizdarm stellen Ärzte üblicherweise erst, wenn die Patienten eine längere Odyssee durch Arztpraxen und Kliniken hinter sich haben. Das liegt auch daran, dass der Reizdarm sich in den allermeisten Fällen nur indirekt nachweisen lässt. Vor der endgültigen Diagnose müssen zunächst anderen Krankheiten ausgeschlossen werden.

Von Mirko Smiljanic

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Eine junge Frau hält sich wegen Bauchschmerzen eine Wärmflasche auf den Bauch. (picture alliance / David Ebener)
Betroffene haben verschiedene Symptome wie Durchfall, Verstopfung oder Krämpfe. (picture alliance / David Ebener)
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Reportage Darmspiegelung

Vor zirka vier Jahren begannen meine Schmerzen im Bauchraum, und ich konnte es leider nicht deuten. Ich hatte Durchfall, ich hatte Verstopfung, ich hatte Krämpfe, ganz fürchterliche Krämpfe, konnte teilweise gar nicht gehen und konnte mir das nicht erklären. 

Danach bin ich zu meinem Hausarzt gegangen und der sagte, ja, da müssen wir mal schauen, das könnte, aber ich weiß es nicht so genau. Ich bin dann zu Darmspiegelungen gegangen, zur Magenspiegelung, verschiedene Untersuchungen liefen, die Schmerzen hörten nicht auf, es kam Durchfall hinzu, Blähungen, ich konnte den Stuhlgang teilweise nicht halten, es war sehr schlimm. Ich war sehr eingeschränkt in meinen gesamten Aktivitäten, bin von Arzt zu Arzt gelaufen und war sehr mutlos.

"Ich bin keine eingebildete Kranke"

Das Gefühl, dass ich mich nicht so anstellen soll und dass ich simuliere, wurde mir von einigen Ärzten vermittelt und ich war sehr traurig, enttäuscht und auch wütend darüber, weil ich keine eingebildete Kranke bin und auch kein Hypochonder, aber die Ärzte, wie soll ich das sagen, die weisen Sie dann zurück mit dem Hinweis, ja, das ist die Psyche und da müssen Sie mal ein bisschen auf sich achten, oder, ach stellen Sie sich nicht so an, das ist der Bauch, der blubbert eben mal und die Darmgeräusche sind sehr stark bei Ihnen, da müssen Sie sich aber keine Sorgen machen, alles wird wieder gut. 

Ich habe versucht, auf meinen Körper ein bisschen besser zu verstehen zu beobachten, habe die Signale wahrgenommen und habe dann festgestellt, ja, es könnte eventuell auch aus der Psyche kommen, Überbelastung, immer unter Anspannung, zu wenig Ruhe, ja, ich habe dann versucht mit mir und meinem Körper etwas sorgsamer umzugehen, habe meine Ernährung umgestellt, habe Pausen eingelegt, habe Sport gemacht, hat ein wenig geholfen, aber nicht so ganz.

"Ich habe ab und zu noch kleinere Probleme"

Ich wurde in eine Studie aufgenommen für "Reizdarm", bekam Tabletten dort und wurde wunderbar untersucht, habe auch Hoffnung in diese Studie gesetzt, ich habe ab und zu noch kleinere Probleme, die sind aber ganz gering. Ich habe keine Blähungen mehr, ich fühle mich nicht mehr schwanger wie im dritten Monat mit einem aufgeblähten Bauch, ich habe kaum noch Durchfälle, eigentlich gar nicht, ich habe keine Verstopfungen mehr, es ist alles wunderbar geregelt und ich fühle mich so wohl wie noch nie.

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