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StartseiteComputer und KommunikationRenaissance des Business-Phones12.01.2013

Renaissance des Business-Phones

RIM versucht mit dem Blackberry 10 den Neuanfang

Einst galt der Blackberry als das Business-Handy schlechthin. Sinkende Verkaufszahlen und starke Konkurrenz bescherten dem Hersteller RIM jedoch einen starken Dämpfer. Nun greift das Unternehmen wieder an – mit dem Blackberry 10.

Von Keywan Tonekaboni

Ein älteres Blackberry-Modell.  (AP)
Ein älteres Blackberry-Modell. (AP)

"Da wäre zum einen der Blackberry Hub zu nennen. Als zentrale für Kommunikation, Nachrichten, Benachrichtigungen, Kalendereinträge, etc."

Der Hub ist die Kommunikationszentrale des neuen Systems. Hier wird von SMS über E-Mails und Tweets bis hin zu Facebook-Meldungen alles gesammelt, auch Anrufe und Erinnerungen. Sind keine Anwendungen gestartet, dann ist der Hub auch der Start-Bildschirm. Auffällig an Blackberry 10 ist, dass es keine Desktops gibt, also keine große Fläche, auf der Widgets und Programme abgelegt werden können. Stattdessen ist die Oberfläche in drei Bereiche aufgeteilt, die den gesamten Bildschirm beanspruchen. Ganz links befindet sich der Hub. Rechts befinden sich die Icons der installierten Anwendungen. In der Mitte schließlich ist der Taskmanager mit den aktuell laufenden Programmen. In vier Kacheln wird ihre Aktivität angezeigt. Hier können einfache Funktionen, etwa Pause beim Medien-Player, direkt aktiviert werden, ohne das Programm aufrufen zu müssen. Bis zu acht Anwendungen können gleichzeitig gestartet sein. So kann beispielsweise zwischen E-Mails und Browser gewechselt werden, ohne dass die Programme die Daten neu laden.

Besonderen Wert legt Hersteller RIM auf das Bedienkonzept, genannt Blackberry Flow. Es basiert stark auf Gesten. Zeichnet man von unten nach oben einen Strich und schlägt dann einen Haken nach rechts, dann erscheint immer der Hub, also die Nachrichtenzentrale. Doch die unterschiedlichen Gesten muss der Benutzer erst einmal lernen. Produktmanager Ulrich Bruenger:

"Wenn die Gesten einmal gelernt sind, ermöglicht es noch schnelleres Navigieren und erfordert vom Nutzer nicht eine solche Präzision, wie das teilweise bei Tippen und Scrollen der Fall ist, sondern es sind viel gröbere Mechanismen und wir erwarten langfristig, dass es ein viel besseres Konzept für den Nutzer ist."

Auch die Bildschirm-Tastatur setzt auf Gesten. Beim Tippen werden Wortvorschläge eingeblendet. Die erscheinen aber nicht wie sonst über der Tastatur, sondern beim nächsten Buchstaben. Tippt man H-A- ein, wird über dem L Hallo vorgeschlagen. Mit einem Wisch nach oben, wird das Wort dann eingefügt.

Soll Blackberry 10 in Unternehmens-Netzen eingesetzt werden, dann ist der Blackberry Enterprise Server im Hintergrund nötig. Ist ein Blackberry-Handy an diesem angemeldet, erscheint ein separater Arbeitsbereich mit den Firmendaten. Das Konzept nennt RIM Blackberry Balance.

"Der Blackberry Balance bedeutet im Grunde genommen, dass durch die gesamte Struktur des Gerätes eine Trennung erfolgt und das die beiden Bereiche unabhängig voneinander arbeiten können. Und insofern können wir die Daten des jeweiligen Bereiches konsequent schützen in der Verbindung mit den Servern aber auch lokal auf dem Gerät"

Im Arbeitsbereich gibt es separate Kalender und E-Mail-Konten, selbst einen eigenen Browser. Diese kommunizieren alle direkt und verschlüsselt mit den Firmennetzwerk über den Blackberry-Server. Außerdem werden alle Daten im Arbeitsbereich auf dem Gerät verschlüsselt. Die Firmen-Administratoren können hier wie bisher den Blackberry warten und Sicherheitsrichtlinien vorgeben. Auf den privaten Bereich haben sie aber keinen Einfluss mehr.

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