• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
StartseiteWirtschaft und GesellschaftImmer mehr Senioren arbeiten in Minijobs19.10.2015

RenteImmer mehr Senioren arbeiten in Minijobs

900.000 Mini-Jobber gibt es im März 2015 unter den Senioren. Noch 2003 verdienten sich nur 530.000 Menschen über 65 Jahre so Geld dazu - eine deutlich Steigerung. Die Interpretation dieser Zahlen fällt aber je nach politischem Lager sehr unterschiedlich aus.

Von Johannes Kulms

(dpa / picture alliance / Fredrik Von Erichsen)
Zeitungsausträger: Immer mehr Senioren arbeiten in Minijobs. (dpa / picture alliance / Fredrik Von Erichsen)
Mehr zum Thema

Atypische Beschäftigungsverhältnisse "Der Minijob ist unattraktiv geworden"

Steuerehrlichkeit Minijob für die Putzhilfe anmelden

Die Entwicklung sei dramatisch, sagt Sabine Zimmermann. Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Die Linke hat nachgefragt, wie viele Rentner einem Mini-Job nachgehen – also einer Beschäftigung mit einem maximalen Monatseinkommen von 450 Euro. Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit weisen einen deutlichen Anstieg aus: Gab es 2003 bundesweit noch knapp 530.000 Mini-Jobber über 65, stieg diese Zahl im März 2015 auf rund 900.000. Das zeige, das die Rente nicht mehr ausreiche, sagt Zimmermann:

"Das erkennt man auch daran, dass die Grundsicherung zunimmt und dass viele Menschen dann dieser Armutsfalle entflüchten wollen und dann zusätzlich noch einen Nebenjob machen."

Linke fordert Anhebung des Rentenniveaus

Fast jeder sechste Senior mit Minijob ist im Handel aktiv. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen ebenso wie in der Baubranche und dem Gastgewerbe finden sich zehntausende Senioren-Minijobber. Eine Altersarmut drohe nicht in Zukunft, sagt Linken-Politikerin Zimmermann – sie sei schon jetzt da.

"Das einzige, was jetzt passieren müsste, ist eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. Und vor allen Dingen auch, dass endlich diese Kürzungsfaktoren, die bei der Abschaffung der Rente mit 67 gesetzt worden sind, rauskommen. Wir brauchen eine gesetzliche Mindestrente, für die, die ihre Rente unterhalb der gesetzlichen Grundsicherung haben."

CDU sieht in den Zahlen kein Indiz für Altersarmut

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß bewertet die Zahlen ganz anders. Der wachsende Anteil von Senioren-Minijobbern sei kein Indiz für eine wachsende Altersarmut, so der Berichterstatter für Alterssicherung/Rentenversicherung:

"Sondern der 450-Euro-Job zeigt nur, dass wir eben eine größere werdende Zahl von Leuten haben, die vorzeitig ja Rente mit 63, zum Teil ja abschlagsfrei, beziehen. Und dann gilt ja die Regel: Hinzuverdienst nur bis 450 Euro. Und ich denke, dass darauf vor allen Dingen der Anstieg der 450-Euro-Kräfte zurückzuführen ist."

Weiß fordert, dass die Menschen verstärkt auch privat vorsorgen müssten für die Alterssicherung.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk