• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 02:30 Uhr Zwischentöne
StartseiteVerbrauchertippMit gutem Gefühl den Ruhestand planen07.08.2017

RentenberatungMit gutem Gefühl den Ruhestand planen

Stimmt alles mit meiner Rente? Wer sich da unsicher ist, dem bieten viele Banken und Versicherer einen individuellen Rentencheck an. Aber ganz unabhängig und neutral ist man dort nicht - anders als bei der Altersvorsorgeberatung der Deutschen Rentenversicherung.

Von Dieter Nürnberger

Ein Rentnerpaar sitzt auf einer Bank vor dem Reichstag in Berlin und sonnt sich. (dpa / Stephan Scheuer)
Jeder Rentenfall ist individuell (dpa / Stephan Scheuer)
Mehr zum Thema

Die Parteien und die Rente Mit Blick in die Zukunft

Annelie Buntenbach (DGB) "Das Rentenniveau stabilisieren – und dann anheben"

Ökonom Joachim Ragnitz "Es gibt keine Alternative zur Rente mit 67"

Rentengesetz im Bundestag Ostrenten werden voll an Westbezüge angeglichen

Rente "Du weißt, dass du wenig haben wirst"

Einige haben eine durchgängige Berufstätigkeit, bei anderen hingegen ähnelt sie eher einem Flickenteppich. Oder: Es gibt Altersvorsorgesparer, die vor Jahren angefangen haben zu riestern, die einen haben das durchgehalten, die anderen nicht. Jeder Rentenfall ist individuell - doch wer hilft, das Chaos zu ordnen? Erste Adresse, sagt Warentester Bernd Brückmann, sollte die Altersvorsorgeberatung der Deutschen Rentenversicherung sein, das ist sozusagen der oberste Rentenversicherungsträger der Republik.

"Sie berät zum einen über diesen großen Block der gesetzlichen Rente, aus der heraus die meisten ihre Altersvorsorge auch finanzieren. Und sie bietet den Vorteil, dass sie auch produktneutral berät. Da läuft man nicht Gefahr, dass man nachher mit einem neuen Vertrag rausgeht."

Beratung bei Hausbanken steht und fällt mit dem jeweiligen Berater

Parallel ließen sich die Warentester auch verdeckt bei Hausbanken und privaten Versicherungsvermittlern beraten. Auch diese bieten oft eine kostenlose Altersvorsorgeberatung an.

Die Stichprobe zeigt: Einen Termin bekommt man bei den privaten Institutionen auf jeden Fall schneller. Eine durchgängige und einheitliche Beratungsqualität konnte aber keiner garantieren. Sie steht und fällt mit dem jeweiligen Berater.

Ein Pluspunkt der Deutschen Rentenversicherung ist auf jeden Fall die systematische Erfassung aller relevanten Daten. So werden Sozialabgaben und auch Steuern, die im Rentenalter eine Rolle spielen können, konsequenter berücksichtigt. Rentenlücken oder vielleicht sogar die Möglichkeit eines vorgezogenen Rentenbeginns ohne Abschläge werden bei der Behörde deutlich besser erfasst.

"Diese systematische Erkundung - vorgezogen oder regulär - das fand eben bei den Hausbanken und Versicherungsvermittlern nicht statt. Sie haben hier einfach nicht die Kenntnis aus dem Sozialversicherungsrecht. Das ist nun die Stärke der Rentenversicherung - weil die hier sozusagen zu Hause ist. Sie kann ganz genau schauen, welche Altersrente man womöglich schon in Anspruch nehmen kann."

Freiwillig einzahlen für vorzeitige Altersrente

Viele fachliche Details, die durchaus für einige Ratsuchende eine Rolle spielen könnten, wurden bei den Beratungen der Banken und Versicherungsvermittler nicht erwähnt. Beispielsweise die oft recht unbekannte Möglichkeit, freiwillig in die Rentenversicherung einzuzahlen. Warentester Bernd Brückmann:

"Die Versicherten haben die Möglichkeit - wenn sie eine realistische Chance haben, die Altersrente vorzeitig in Anspruch zu nehmen - Ausgleichszahlungen zu tätigen. Die mindern den Abschlag, der eintritt, wenn man vorzeitig in Rente geht. Diese Möglichkeit haben jetzt Versicherte mit Erreichen des 50. Lebensjahrs. Ab da können sie eine derartige Ausgleichszahlung leisten."

Bei der Altersvorsorgeberatung der Banken und der Versicherungsvermittler waren viele Aussagen zur späteren Gesamtrente eher vage. Immerhin aber wussten die Berater über die Verträge des eigenen Unternehmens mit dem Kunden bestens Bescheid und konnte diese auch einordnen.

Spätestens mit 50 ist es Zeit für einen Rentencheck

Fazit der Stiftung Warentest: Eine sämtliche Aspekte umfassende Altersvorsorgeberatung ist schwierig zu bekommen. Doch trotz aller Defizite, sie sei unumgänglich:

"Auf jeden Fall sollte man es rechtzeitig angehen. Weil es ein oder zwei Jahre vor Rentenbeginn meist zu spät ist, gegenzusteuern. Spätestens zum 50. Geburtstag sollte man sich detailliert die Rentenanwartschaften anschauen und schauen, ob es da noch Möglichkeiten gibt, die eine oder andere Sache zu verbessern."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk