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Rentenversicherungspflicht für Minijobber

Was sich durch die Anhebung der Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte ändert

Von Klaus Deuse

Wer unter 400 Euro verdient, kann auch 2013 wie bisher seine Beiträge zur Rentenversicherung freiwillig aufstocken. .
Wer unter 400 Euro verdient, kann auch 2013 wie bisher seine Beiträge zur Rentenversicherung freiwillig aufstocken. . (AP Archiv)

Seit Anfang 2013 dürfen Minijobber mehr verdienen: Aus dem 400- wurde der 450-Euro-Job. Damit sind sie automatisch versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Für Minijobber in Privathaushalten bleibt nach der Neuregelung weniger Netto vom Brutto übrig.

"Der Minijobber verdient durch die Rentenversicherungspflicht jetzt zum ersten Mal nicht mehr brutto wie netto, sondern zahlt auch selbst Rentenversicherungsbeiträge."

Macht Claudia Müller von der Minijob-Zentrale Bochum deutlich. Das trifft aber nur auf diejenigen zu, die in 2013 einen Minijob bis zu einer Höhe von 450 Euro annehmen.

Bisher lief es bei Minijobs so: Der Arbeitnehmer zahlte nichts in die Rentenversicherung ein, der Arbeitgeber jedoch sehr wohl. 15 Prozent des Lohnes waren das für gewerbliche Arbeitgeber. Und daran ändert sich auch in 2013 nichts. Für die Minijobber dagegen schon. Noch einmal Claudia Müller.

"Der Arbeitnehmer muss jetzt selbst 3,9 Prozent Rentenversicherungsbeitrag zahlen. Das ist genau die Differenz zwischen den 15 Prozent des Arbeitgebers und den 18,9 Prozent des allgemeinen Rentenversicherungsbeitrages."

Für Minijobber in Privathaushalten – und das sind überwiegend Frauen – bleibt nach der Neuregelung künftig weniger netto vom brutto übrig. Denn:

"Der Arbeitgeber im Privathaushalt zahlt lediglich fünf Prozent Rentenversicherungsbeitrag."

Das bedeutet: Minijobberinnen, die in Privathaushalten zum Beispiel putzen, müssen dann selbst die Lücke zum Rentenversicherungsbeitrag zahlen, also 13,9 Prozent. Bei einem Monatslohn von 450 Euro sind das 62,55 Euro. Unterm Strich ist das weniger Geld als bei einem 400-Euro-Job ohne eigene Rentenbeiträge.

Wer unter 400 Euro verdient, ob im gewerblichen oder privaten Bereich, kann auch in 2013 wie bisher seine Beiträge zur Rentenversicherung freiwillig aufstocken. Nach 45 Beitragsjahren lag der Rentenanspruch für Minijobber monatlich bislang bei 140 Euro, nach der Neuregelung beträgt er 180 Euro. Nicht viel mehr, aber wenigstens etwas. Außerdem erwerben die Minijobber nun für einen relativ kleinen Beitrag im Monat den Anspruch auf das komplette Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung. Claudia Müller von der Minijob-Zentrale:

"Also Minijobber, die Rentenversicherungsbeiträge zahlen, können eventuell früher in Rente gehen, sie haben Leistungen zur Rehabilitation, sie können eine Rente wegen Erwerbsminderung erhalten. Die Altersrente erhöht sich und sie haben einen Anspruch auf die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge. Also zum Beispiel für die Riesterrente. Und dieser Anspruch gilt nicht nur für Minijobber, sondern auch für Ehepartner."

Und dennoch ist es immer noch möglich, auf die Vollmitgliedschaft in der Rentenversicherung zu verzichten.

"Man kann sich auf Wunsch befreien lassen."

Dazu genügt eine schriftliche Mitteilung an den Arbeitgeber. Allerdings verliert man dann auch den Anspruch auf eine höhere Rente. Übrigens: Für Rentner über 65 Jahre, die sich nebenbei etwas hinzu verdienen, ändert sich 2013 nichts. Claudia Müller.

"Die können einen Minijob ausüben und der Zusatzverdienst wird nicht auf die Rente angerechnet, sondern kann in voller Höhe behalten werden."

Info-Telefon:

Ein neues Jahr und viele Änderungen für Minijobber. Für Fragen rund hat die Minijob-Zentrale eine Sondertelefonnummer eingerichtet. Sie lautet: 0800/6464562.

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