• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
StartseiteCorsoWie hätten Rihanna und Co in den 80ern geklungen?23.01.2017

Retromanie im PopWie hätten Rihanna und Co in den 80ern geklungen?

Popmusik erinnert sich gerne an die eigene Vergangenheit. Auf YouTube treiben einige Produzenten den Retro-Wahn aber auf die Spitze. Zu gerne wollen sie wissen, wie Justin Bieber, Katy Perry oder Rihanna wohl in den 80ern geklungen hätten. Und werden dann von der Gegenwart eingeholt.

Von Ina Plodroch

Der US-Sänger Bruno Mars bei einem Auftritt am 23.02.2013 bei der ZDF-Show "Wetten, dass..?" in der Messe in Friedrichshafen. (dpa / picture alliance / Patrick Seeger)
Retromanie im Pop: Der US-Sänger Bruno Mars erweckt Musik der vergangenen Jahrzehnte musikalisch wie stilistisch zum Leben. (dpa / picture alliance / Patrick Seeger)
Mehr zum Thema

Júníus Meyvant auf Deutschlandtour Überraschender Retro-Funk aus Island

Retro-Soul aus Großbritannien "Ich will auf jeden Fall viele Menschen erreichen"

Reggae-Sänger Patrice "Analog ist echt, Digital simuliert"

Synthesizer statt Zither Folk-Musikerin Basia Bulat erfindet sich neu

Billiger Keyboard-Sound, analoge Synthesizer, stumpfer Rhythmus vom Drum-Computer und extrem viel Kitsch. Die 80er sind zurück. Auf YouTube haben sich in letzter Zeit immer mehr Hobby-Produzenten gefragt: wie hätten wohl Katy Perry, Ariana Grande oder Justin Bieber in den 80ern geklungen? Jerry Shen hat im letzten Jahr unter dem YouTube-Namen Tronicbox die ersten 80er Jahre Remakes ins Netz gestellt. Dauerwelle, Vokuhila und breite Schulterpolster inklusive. Das schauen sich dann auch mal zwei Millionen Leute an und teilen den Pop-Witz auf Facebook. Dazu sagt Jerry Shen:

"Die 80er faszinieren mich. Weil jeder, der einen Retro-Sound produziert, sich immer an den 1920er bis 1970er Jahren orientiert. Die 80er kommen fast nicht vor."

Justin Bieber mit Vokuhila

Shen und seine YouTube-Mitstreiter verwandeln Bieber, Rihanna und Co in das kitschige Soundklischee von damals.

"Vieles hat mit den elektronischen Instrumenten zu tun, die sich in den 80er Jahren verbreitet haben: die Drum-Computer, analoge Synthesizer. Aber auch die Produktionstechnik mit den analogen Tapes hat den Klang beeinflusst."

Von wegen im Pop entsteht nichts Neues mehr, weil die Retromanie alle Musiker fest im Griff hat: Im direkten Vergleich klingt die 80er Jahre Version von Major Lazers "Lean On" ganz schön entspannt. Der eigentliche Hit von 2015 bläst den Hörer mit seiner Energie fast weg. Wäre ja aber auch seltsam, wenn in einer immer schneller und lauter werdenden Welt, der Pop immer noch leise und kitschig vor sich hin dümpeln würde.

"Popmusik hat heute einen anderen Schwerpunkt verglichen mit den 1980er Jahren. Es geht mehr um Energie, Lautstärke, Beats. Damals ging es mehr um die Kompositionen, die Melodie, die Harmonien. Heute ist die Popmusik sehr stark von den großen erfolgreichen DJs beeinflusst, die Lieder tanzbar machen."

Zurück zum Retro-Sound

Und genau diese DJs wie David Guetta, Jonas Blue oder Felix Jaehn sind fleißig dabei, die 80er vom Mottenstaub zu befreien mit ihren Remixen von Ain’t Nobody, Fast Car, What is love oder Would i Lie to You. Oder waren das nicht schon die 90er? Was soll's. Die 90er sind zurück, genau wie 80er. Oder, Bruno Mars?

Klingt als hätte Jerry Shen den amerikanischen Musiker Bruno Mars in die 80er geschickt. Ist aber original so auf dessen Album im November erschienen. Die Remakes werden von der Gegenwart eingeholt. Oder war es die Vergangenheit?

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk