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StartseiteVerbrauchertippFehler vermeiden, gesünder essen05.07.2017

Richtig grillenFehler vermeiden, gesünder essen

Ob mit Kohle oder Gas: Wer glaubt, grillen bestehe aus Grill anmachen, Fleisch oder Grillgut auflegen und dann essen, der irrt. Schon beim Erhitzen kann man vieles falsch machen - und im schlimmsten Fall sogar seine Gesundheit gefährden. Und: Richtig grillen fängt bereits im Supermarkt an.

Von Hilde Braun

Fleischwaren auf einem Grill. (AFP/Mira Oberman)
Vorsicht vor zuviel Fett auf dem Grill. (AFP/Mira Oberman)
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Richtiges Grillen fängt schon beim Einkaufen an. Finger weg von Billigfleisch, es stammt in der Regel aus der Massentierhaltung. Auch bei der Grillkohle sollte man nicht nur auf den Preis gucken. So gibt es Grillkohle, die zwar wenig kostet, dafür aber aus illegal abgeholzten Wäldern stammt. Hier helfen Siegel wie das FSC, PEFC oder auch das DIN Zeichen. So manche Billigkohle ist außerdem oft ein Gemisch aus Kohle, Steinen oder sogar Schutt, erklärt Sonja Beselin, die in Essen Grillkurse in ihrer Kochschule anbietet:

"Da qualitativ drauf achten, dass man hochwertige Kohle hat, nicht die günstigen Säcke mit viel falschem Brennmaterial drin. Um richtig eine schöne Glut zu erzeugen: Zeit haben, damit die Glut richtig entstehen kann. Das berühmte wenn die weiße Glut auf der Kohle ist, wenn sie glüht.. dann haben wir da die richtige Temperatur."

Chemische Grillanzünder vermeiden

Um den Grill ans Laufen zu bekommen, sollte man keine chemischen Grillanzünder benutzen. Dabei kann gesundheitsschädlicher Rauch entstehen. Fleisch bitte mindestens eine Stunde vor Grillstart aus dem Kühlschrank nehmen. Salzen erst unmittelbar bevor es auf den Rost kommt. Sonst entzieht das Salz dem Fleisch unnötig Saft. Und das Grillgut nicht mit kalt gepressten Ölen marinieren, sondern nur mit Ölen die Hitze vertragen, wie zum Beispiel Rapsöl oder Sojaöl. Den Grill ölt man aber damit nicht ein, hat Matthias Fernes im Grillseminar gelernt:

"Was ich gelernt habe ist, dass man die eine Seite vom Fleisch ölen soll, und wenn man es eben dreht, ölt man eben die andere Seite, das fand ich eine interessante Information."

Mit Ruhe und Zeit grillen

Dann kommt das Fleisch auf den Rost und dann am besten: Deckel zu.

"Mit Ruhe und Zeit, grillen, liegenlassen, nicht 15 Mal drehen und wenden und hoch- und runternehmen. Das ist glaube ich der meiste und häufigste Fehler bei allen. Nach Möglichkeit nur zweimal wenden, in der Zeit in der es liegt es auch liegen lassen."

Tabu ist das Einstechen mit einer Gabel. So tropft Fett in den Grill und das Fleisch trocknet aus, außerdem entstehen gesundheitsschädliche Stoffe. Mit einer Zange sollte man das Grillgut zunächst nach ein bis zwei Minuten um 45 Grad drehen, nach weiteren ein bis zwei Minuten bei geschlossenem Deckel - wenden und nach wieder ein bis zwei Minuten noch mals drehen. Das gilt für Steaks. Würstchen werden besser bei indirekter Hitze gegart, nicht direkt über der Kohle. Für Gemüse hat die Expertin einen Profitipp:

"Alle Produkte haben unterschiedliche Garzeiten. Man muss aufpassen, man muss gucken, bei Gemüse kann man den Fehler machen, es zu dünn zu schneiden, also lieber ordentlich fingerdick, ein bis zwei Zentimeter, dicker als die Ritzen zwischen dem Rost, dann kann es nicht mehr durchrutschen, ist auch etwas entspannter beim Grillen, weil es etwas länger braucht. Da muss man nicht voller Panik davor stehen - so nach dem Motto: Muss ich gleich wieder runter nehmen. Spargel mit Holzspießen zu einem Spargelfloß zusammen bauen, dann rutscht einem der Spargel auch nicht mehr durch die Grillritzen."

Dünne Steinplatten anstelle von Aluminiumfolien benutzen

Durch Fett, das ins Feuer tropft, können außerdem krebserregende Stoffe entstehen. Aluminiumfolie oder Schachteln zum Schutz davor sind aber keine Alternative. Denn: Über dem Grill können sich kleinste Aluminiumpartikel lösen und im Fleisch oder Gemüse landen, auch sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Besser ist es dünne Steinplatten aus Speckstein oder Edelstahlbehälter zu benutzen.

Wer Steaks grillt, bloß keine einzelnen Portionen grillen, sondern das Fleisch am Stück lassen. Nimmt man das Fleisch dann fertig vom Grill lässt man es am besten noch ein paar Minuten ruhen, bevor man es anschneidet, beim "ausruhen" verteilt sich der Fleischsaft und es ist schön saftig. Und dann kann es heißen: guten Appetit.

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