• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 18:40 Uhr Hintergrund
StartseiteVerbrauchertippWorauf es beim Police-Abschluss ankommt16.05.2017

Risiko-LebensversicherungenWorauf es beim Police-Abschluss ankommt

Lebensrisiko-Versicherungen lohnen sich nicht nur für Menschen, die ein gefährliches Hobby haben. Vor allem jene, die für Partner und Kinder sorgen, sollten über eine entsprechende Absicherung nachdenken. Allerdings sollte bei der Entscheidung einiges bedacht werden, denn es kommt nicht nur auf die Beitragshöhe an.

Von Dieter Nürnberger

Paraglider am Felsen "Pain et Sucre" in der Suisse Normande (Normannische Schweiz) in der Nähe von Saint-Rémy in der Normandie (Frankreich), aufgenommen am 22.06.2016. (dpa / picture alliance / Franz-Peter Tschauner)
Paragliding ist ein Riskikosport. (dpa / picture alliance / Franz-Peter Tschauner)
Mehr zum Thema

Fallschirmspringen Sport des Raumfahrtzeitalters

Base-Jumping Freier Fall

Hobbys, wie beispielsweise Fallschirmspringen oder Tauchen. Andere sind vielleicht schon per Beruf Gefahren ausgesetzt - Feuerwehrmänner etwa oder auch Dachdecker. Aber nicht nur wer so offensichtlich gefährlich lebt, sollte über eine Risikolebensversicherung nachdenken. Sinnvoll ist ein solcher Schutz nämlich für praktisch jeden, der einen Partner oder Kinder hat, sagt Susanne Meunier, Versicherungsexpertin bei der Zeitschrift "Finanztest".

"Es sollte jeder haben, der für andere sorgt - also von dessen Einkommen andere leben. Wo dann praktisch der Tod dazu führt, dass andere nicht nur trauern, sondern auch finanziell in eine Bredouille geraten.

Es kann sein, dass jemand, der einen gefährlichen Beruf hat, dann durch diesen umkommt. Es kann auch alle möglichen anderen Ursachen haben. Ein Unfall auf der Straße, eine Krankheit - und deswegen ganz wichtig: Wer für andere sorgt, sollte das in ausreichender Höhe absichern."

Wie viel eine Risikolebensversicherungs-Police kostet, hängt vom Alter, der Gesundheit und auch vom Beruf und den Hobbys des Antragsstellenden ab. Raucher zahlen beispielsweise oft das Dreifache. Wer beim Antrag schummelt oder Fakten verschweigt, riskiert den Versicherungsschutz.

Kriterien für eine Police

Ein wichtiges Kriterium für die Kosten einer Police ist natürlich auch die Höhe der Versicherungssumme.

"Auf jeden Fall gilt, nicht zu niedrig! Man macht sich ja oft Illusionen darüber, wie lange beispielsweise 100.000 Euro reichen. Pi mal Daumen: 5 Mal das Jahres-Bruttoeinkommen ist das, was man mindestens absichern sollte."

Susanne Meunier geht davon aus, dass die meisten Kunden mit rund 30 Jahren über einen Abschluss nachdenken. Oft ist die Gründung einer Familie oder das erste Kind der Anlass. Die Vertragslaufzeit liegt dann meist zwischen 25 und 30 Jahren. Beispielsweise bis zum erwarteten Ende einer Berufsausbildung von Kindern.

Im Vertrag sollte auf jeden Fall eine Nachversicherungsgarantie angeboten werden, sagt die "Finanztest"-Expertin. In der Untersuchung taten das alle Anbieter, allerdings mit unterschiedlichen Konditionen.

"Nachversicherungsgarantie bedeutet, dass ich später - während der Vertrag läuft - die Versicherungssumme noch einmal erhöhen kann. Und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung oder sonstige Risikoabfrage. Das kann passieren, wenn man noch einmal Kinder bekommt oder ein Haus kauft. Dann würde diese Summe ja wahrscheinlich nicht mehr für die üblichen Verpflichtungen reichen. Also erhöhen! Aber diese Nachversicherungsgarantie wird je nach Versicherungsunternehmen unterschiedlich gehandhabt: Einige erlauben auch eine Erhöhung ohne Anlass, andere begrenzen oft die Höhe."

Preise vergleichen lohnt sich

Für die Untersuchung wurden Modellfälle gebildet. So zahlt ein 35-jähriger Verwaltungsfachangestellter für eine Laufzeit von 30 Jahren bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro bei einem günstigen Anbieter mit Nichtrauchertarif lediglich 210 Euro jährlich. Es können aber bei gleicher Leistung - bei einem teuren Anbieter - auch rund 600 Euro sein.

Ein Preisvergleich lohnt sich also. Vorn in der Untersuchung lagen viele Direktversicherer - Gesellschaften also, die allein online und ohne Geschäftsstellen vor Ort operieren.

Und noch ein Hinweis: Es gibt auch Versicherungstarife für Paare mit der Bezeichnung "Verbundene Leben". Diese sind in der Regel günstiger als zwei Verträge. Die vereinbarte Summe wird allerdings nur einmal gezahlt - beim Tod des zuerst Sterbenden.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk