Sternzeit / Archiv /

 

Riskante Schwerelosigkeit

Von Dirk Lorenzen

Langzeitaufenthalte auf der ISS können die Gesundheit der Astronauten gefährden
Langzeitaufenthalte auf der ISS können die Gesundheit der Astronauten gefährden (NASA)

Auf der Internationalen Raumstation sind sechs Menschen im Einsatz, die meist ein halbes Jahr lang in der Umlaufbahn bleiben. Manche haben insgesamt schon mehr als ein Jahr in der Schwerelosigkeit zugebracht.

Solche Langzeitaufenthalte sind womöglich mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Mediziner der Universität von Texas in Houston haben jetzt mithilfe der Magnetresonanztomographie die Gehirne von 27 NASA-Astronauten untersucht, die jeweils mehr als dreißig Tage im All verbracht haben.

Jeder Sechste hatte nach dem Flug einen hinten abgeflachten Augapfel, was auf einen erhöhten Hirndruck hinweist. Bei einigen war das Gewebe rund um den Sehnerv geschwollen. Das kann sowohl die Sehkraft beeinträchtigen als auch langfristig zum Absterben der Nerven führen. Manche zeigten Veränderungen der Hirnanhangdrüse.

Bisher war nur bekannt, dass Astronauten bei Langzeitaufenthalten in der Schwerelosigkeit manchmal Sehprobleme bekommen oder nach der Rückkehr vorübergehend eine Brille benötigen.

Zudem verändert sich die Knochensubstanz und Muskelmasse wird abgebaut - doch dagegen helfen spezielle Ernährung und körperliches Training.

Als größte Gefahr galten bisher die stärkere kosmische Strahlung in der Umlaufbahn und die enorme psychische Belastung. Nicht alle sind dauerhaft der Isolation im All und der Monotonie der Arbeitsabläufe gewachsen.

Diese Erkenntnisse können weitreichende Folgen für die Raumfahrtprogramme haben: Denn es ist alles andere als klar, dass Menschen wirklich in der Lage sind, Mondstationen zu errichten oder lange Marsflüge zu unternehmen.

Bericht über mögliche Gesundheitsschäden von Astronauten

Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieAlexander Gerst vor der Rückkehr

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst

Gut 2400 Mal hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation die Erde umrundet - und bis zur Rückkehr in gut einer Woche kommen noch einmal 150 Orbits hinzu.

AstronomieDer Sternenhimmel im November

Der Sternenhimmel Mitte November gegen 21 Uhr

Auch am Firmament ist der Beginn der kalten Jahreszeit nicht mehr weit: Derzeit sind vor Mitternacht nur Fuhrmann, Stier, Zwillinge und Orion am Osthimmel zu erkennen - doch bis Ende November zeigt sich dann bereits die gesamte Pracht der Wintersternbilder, einschließlich Kleinem Hund und Sirius im Großen Hund.

AstronomieOrion ohne Raumpatrouille

Ein vollbeladenes ATV kehrt zur Erde zurück

Die erste Science-Fiction-Serie des deutschen Fernsehens war die legendäre "Raumpatrouille". Im Herbst 1966 schlugen sieben Folgen der "phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion" Millionen Menschen in ihren Bann.

 

Wissen

VogelfitnessDie Lage bestimmt das Selbstbewusstsein

Kohlmeise (r.) beim Aggressionstest mit einer Meisenattrappe.

Jeder Tierbesitzer weiß es: Tiere haben eine Persönlichkeit. Wissenschaftler haben das lange Zeit bestritten. Inzwischen versuchen Biologen jedoch mit raffinierten Methoden der Persönlichkeit von Tieren auf die Schliche zu kommen.