Das Feature / Archiv /

 

Roismans Rezept

Antidrogenkampf im Ural

Von Mario Bandi

Eine Crack-Pfeife wird angezündet (dpa/ Boris Roessler)
Eine Crack-Pfeife wird angezündet (dpa/ Boris Roessler)

Igor aus Sankt Petersburg war 33, schon jahrelang heroinabhängig, als ihn seine verzweifelte Mutter zu einem Rehazentrum nach Jekaterinburg brachte, ihre letzte Hoffnung. Dort streitet Evgeni Roisman mittels der von ihm gegründeten Stiftung für eine "Stadt ohne Drogen".

Roisman, einst Politiker und Geschäftsmann, heute auch Kunstsammler und Poet, ist nicht unumstritten wegen seiner strengen Methode. Keine Medizin, kein Methadon. Nur Arbeit, Kollektiv, Disziplin. Das hilft - beteuern zumindest die inzwischen cleanen Mitglieder des freiwilligen Antidrogenkommandos.

Unter ihnen Dima, ein junger Schwarzer, und sein Kumpel Mischa - ein Israeli. Der 15-jährige Wassja, einer von zehn Jungs im Kinderheim der Stiftung, könnte auch bald dazugehören. Wenn nichts dazwischen-kommt.

Denn seit Jahren kämpft die Stiftung nicht nur gegen Drogen und Drogenhändler, sondern auch gegen korrupte Polizeibeamte und Richter, die sich um ihre lukrativen Nebeneinkünfte sorgen.


DLF 2013

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

50 Jahre deutsch-israelische BeziehungenSprachstunde null

Der Publizist und Hamburger Senatsdirektor Erich Lüth (1902 - 1989) sprach am 11.02.1952 in der Aula der Frankfurter Universität über "Frieden mit Israel" und wandte sich erneut gegen den Regisseur V. Harlan. (picture-alliance / dpa)

Für die an den Juden begangenen Verbrechen fand die bundesrepublikanische Öffentlichkeit in den frühen Jahren nach dem Krieg noch keine Sprache. Das Thema wurde verdrängt oder geleugnet, und Fragen von Schuld und Verantwortung erschienen fast ausschließlich im Zusammenhang der geplanten, äußerst unpopulären Entschädigungszahlungen.

Israelisch-ostdeutsche Verwicklungen und VerwirrungenSchalom und Sozialismus - immer bereit!

Ein Teil der Mauer zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, aufgenommen bei Bethlehem am 08.07.2011. Die Mauer hat Deutschland jahrzehntelang geteilt und die Bürger der DDR an der Ausreise gehindert. (picture-alliance / dpa / Abed Al Hashlamoun)

Es beginnt bei den Gruppengesängen, geht musikalisch weiter im fröhlichen Aufbaugestus für Geschwistertum im Arbeiter- und Bauernvolk.Yossi B. macht eine Sendung über "Das revolutionäre deutsche Lied" im israelischen Radio. Der Israeli und die deutsche Journalistin Charlotte Misselwitz stellen fest, dass das zionistische und ostdeutsche Liedgut ähnlich klingt.

DDR"Bakschischrepublik"

Der Sänger Rex Joswig hält singend ein Mikrofon in der Hand. (imago / Seeliger)

Sommer 89, die alternative Band Herbst in Peking nimmt Musik für ein Hörspiel des DDR-Rundfunks auf. Als der Abspann produziert wird, trifft sie ein Auftrittsverbot. Sänger Rex Joswig hatte bei einem Konzert in Brandenburg die Staatsmacht provoziert, indem er das Publikum zu einer Gedenkminute für die Opfer des Massakers vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking aufrief.