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Seit 03:00 Uhr Nachrichten
StartseiteSport am WochenendeRonaldo bringt sich in Stellung19.03.2012

Ronaldo bringt sich in Stellung

Die Aufräumarbeiten in Brasiliens Fußball gehen weiter

Der ehamalige Chef des brasilianischen Fußball-Verbandes, Ricardo Teixeira, versinkt immer tiefer im Korruptionssumpf. Bald könnte er zum Rundumschlag gegen seine ehemaligen FIFA-Gefährten um Präsident Sepp Blatter ausholen. Dagegen willl Ronaldo neuer Verbandsboss in Brasilien werden.

Von Thomas Kistner

Brasiliens Ex-Fußballstar Ronaldo (hier bei der WM 2006 in Deutschland) will neuer starker Mann im brasilianischen Fußball werden. (AP)
Brasiliens Ex-Fußballstar Ronaldo (hier bei der WM 2006 in Deutschland) will neuer starker Mann im brasilianischen Fußball werden. (AP)

Unter der eisernen Präsidentin Rousseff befreit sich Brasilien im Eiltempo von den Fesseln, die dem Land von einer zwielichtigen Kamarilla aus Fußballfunktionären angelegt wurden. Auch national findet eine Selbstreinigung statt. Dem Druck aus Brasilia ist zu verdanken, dass der 23 Jahre lang allmächtige Fußballboss Ricardo Teixeira jüngst die Chefposten im Fußballverband CBF und an der Spitze des WM-Organisationskomitees COL abgab. Skandalnudel Teixeira hat sich nach Florida verflüchtigt, nachdem immer mehr Details über eine jüngere Korruptionsaffäre durchsickerten - in der Sache ermitteln Bundesbehörden. Jetzt wird die nächste Affärengeschichte publik: Teixeira soll eine Wohnung zum Drittel des Marktwertes von einem Mann erworben haben, dessen Firma WM-Pakete für 2014 verkauft.

Der Druck auf Teixeira hält also an. Zugleich positioniert sich mit Ronaldo einer, der Teixeiras Ämter übernehmen will. Der Ex-Fußballheld ist das Gesicht des WM-Organisationskomitees, nun sagt er der Zeitung "Folha de Sao Paulo", er möchte CBF-Präsident werden - sofern man ihn darum bitte.

Teixeira konzentriert sich auf sein verbliebenes Amt: Im Fifa-Vorstand sitzt er immer noch, dort hat er mit Blatter eine Rechnung offen. Am Sonntag wurde Teixeiras Förderer und Ex-Schwiegervater Joao Havelange ins Spital eingeliefert, der Zustand des 94-jährigen Fifa-Ehrenpräsidenten ist äußerst ernst. Bisher, sagt Teixeira, habe er die Fifa-interne Abrechnung nur aus Rücksicht auf Havelange zurückgestellt. Das könnte sich ändern - und dann Teixeiras Zunge lösen.

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