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StartseiteVerbrauchertippDer Trend geht zum Hochbeet05.05.2017

Rückenfreundlich gärtnernDer Trend geht zum Hochbeet

Ob Gemüse-, Obst- oder Kräuteranbau: Gärtnern liegt im Trend. Dabei setzen immer mehr Hobbygärtner auf Hochbeete. Das ist nicht nur rückenschonend, sondern bietet auch sonst viele Vorteile gegenüber der klassischen Anbaumethode. Beim Anlegen eines Hochbeetes gibt es allerdings einiges beachten.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

Ein so genanntes Hochbeet ist am 28.08.2011 in einem Garten nahe Zella-Mehlis (Landkreis Schmalkalden) neben einem Drahtzaun angelegt.  (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
Ein Hochbeet im Garten (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
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Es ist zwar manchmal noch lausig kalt, aber überzeugte Kleingärtner lassen sich davon nicht erschüttern. Auch Bea Hessing ist aktiv, denn sie hat sich in diesem Jahr entschlossen, auf ihrer Parzelle Hochbeete anzulegen.

"Zum einen, um aus dem großen Acker etwas hervorzuheben. Das heißt nicht nur eine flache Fläche und große Fläche und zum anderen auch, um eine etwas angenehmere Arbeitshöhe zu haben."

Hochbeete strukturieren auf interessante Weise einen Garten, betont der Leiter des Kreislehrgartens Steinfurt, Klaus Krohme und sagt diesem Trend eine Langlebigkeit voraus.

"Großer Vorteil des Hochbeetes ist, dass man eine kleine Fläche im Fokus hat und man kann sich darauf konzentrieren und das fällt vielleicht dem einen oder anderen Garteneinsteiger dann leichter."

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Bea Hessing und ihr Mann haben sich fünf gleichgroße kniehohe Hochbeete gebaut, jeweils von der Größe etwa eines Badetuchs. Für die Einrahmung des Beetes haben sie einfache dicke Holzbretter zusammengeschraubt und sie direkt auf den Boden gestellt. Zum Schutz gegen Wühlmäuse und Maulwürfe liegt zu unterst ein verzinktes Drahtgitter.

Für die Befüllung ihrer Hochbeete hat Bea Hessing die Erde aus dem ehemaligen Gemüsegarten genommen und sie mit etwas Dünger angereichert.

"Man kann das natürlich ganz anders gestalten, aber wir haben jetzt mit dieser einfachen Variante angefangen."

Schnecke in Kleingartensiedlung (picture alliance / dpa / David Ebener)Ein Hochbeet kann vor Schneckenbefall schützen. (picture alliance / dpa / David Ebener)

Ein Nachbar hat sich ebenfalls für ein Hochbeet entschlossen, weil seine Ernte im letzten Sommer dem Schneckenfraß zum Opfer gefallen ist. Im Baumarkt hat er Holzpaletten erworben und sie zu einem über einen Meter hohen Rahmen zusammengebaut, dann imprägniert und mit einer Folie ausgelegt.

Neben solchen Do-it-yourself-Methoden bieten Gartencenter und Baumärkte für Hochbeete auch fertige Bausätze an. Katrin Frohreich vom Gartencenter Münsterland:

"Die Seitenwände werden immer ausgekleidet bei diesen Hochbeeten mit der Folie, damit das Holz länger lebt."

Auf die richtige Erde kommt es an

Bei der Befüllung empfiehlt die Fachfrau Spezialerden, um das Wachstum der Pflanzen auf kleinem Raum zu fördern. Dann könne der Hobbygärtner sich auch schnell über eine reiche Ernte freuen. Diese Hochbeeterden haben allerdings ihren Preis.

Wie steht es nun mit den Kleingartenbesitzern Hessing und ihrer einfachen Gartenerde im Hochbeet? Ernten sie jetzt nichts oder wenig oder spät? Klaus Krohme, vom Kreislehrgartens Steinfurt:

""Ist auf jeden Fall auch gut, wenn also der gewachsene Gartenboden, wenn er vorher kultiviert war, ist biologisch aktiv und den Kompost dort mit einzusetzen macht auf jeden Fall Sinn."

Und ist vor allem viel kostengünstiger. Schließlich zahlt man für 40 Liter Spezial-Hochbeet-Erde 9,99 Euro. Eine gute nährstoffhaltige, humusreiche Erde, selbst im Fachmarkt zusammengestellt, sei eine ebenso gute und billigere Alternative, betont Krohme.

Geeignet für fast alle Gemüsesorten

Die Hessings haben in ihrem Kleingarten als Erstes jetzt Zwiebeln gesetzt und Erdbeeren. Und im Kreislehrgarten wachsen gerade die ersten Salatpflänzchen, Radieschen und Kohlrabi. Eigentlich kann man fast alle Gemüsesorten im Hochbeet anbauen, sagt Klaus Krohme.

Hochbeete gibt es in unterschiedlichen Höhen auch mit Füßen zu kaufen. In kleineren Formaten eignen sich solche Beete auch für Terrassen und Balkons. Allerdings empfiehlt sich hier ein Zusatzdünger und es muss deutlich mehr gegossen werden. Aber auch nicht zu viel, damit sich keine Staunässe bildet. Ein Tipp der Fachfrau:

""Ich empfehle immer in solche Fällen so tief wie möglich mit dem Finger rein in die Erde. Und wenn keine Erde mehr an meinem Finger klebt, dann erst wird wieder gegossen."

 

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