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Seit 05:35 Uhr Presseschau
StartseiteNachrichten vertieftElektrogeräte zurück in den Handel07.03.2015

Rücknahmepflicht geplantElektrogeräte zurück in den Handel

Die Bundesregierung plant neue Regeln für die Rücknahme und Verwertung alter Elektrogeräte. Verbraucher sollen demnach kleine Elektrogeräte überall im Fachhandel zurückgeben können, große nur dann, wenn sie auch ein neues Gerät kaufen. Der Einzelhandel hält die Regelung für unnötig.

Ein Haufen Elektrogeräte, darunter Staubsauger und Werkzeug. (dpa / Maja Hitij)
Elektrogeräte sollen künftig über den Fachhandel entsorgt werden, so der Plan von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. (dpa / Maja Hitij)
Weiterführende Information

Geplanter Verschleiß - Elektrogeräte mit kurzem Haltbarkeitsdatum
(Deutschlandfunk, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur, 15.12.2014)

Serie - Warum Reparieren besser ist als Wegwerfen
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 28.10.2014)

Elektroreturn
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 13.11.2013)

Große Fachhändler sollen den Plänen zufolge kleine Elektrogeräte wie Handys, Rasierer, Fön oder Toaster jederzeit zurücknehmen müssen - auch ohne Kassenbeleg und ohne, dass die Geräte bei diesem Händler gekauft wurden. Als große Fachhändler gelten Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern. Für große Geräte wie Fernseher, Waschmaschinen und Kühlschränke soll die Regelung nur dann gelten, wenn der Kunde auch ein neues Gerät kauft. Auch Online-Händler sollen sich an diese Regeln halten.

Kritik vom Einzelhandelsverband

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will mit den neuen Regeln für die Rücknahme von Elektrogeräten die Wiederverwertung von Rohstoffen verbessern. Sie will Umweltschäden vermeiden, indem künftig weniger alte oder defekte Elektrogeräte im Restmüll entsorgt werden. Sie setzt damit auch eine EU-Richtline um.

Bisher dürfen Händler selbst entscheiden, ob sie Altgeräte zurücknehmen. Der deutsche Einzelhandel hält den Plan für unnötig. Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), sagte: "Anders als in anderen EU-Ländern funktioniert die Rücknahme von Elektroaltgeräten bereits heute auf sehr hohem Niveau."

Dazu trage auch bei, dass viele Elektrofachmärkte, Baumärkte und auch der Lebensmitteleinzelhandel bereits heute Altgeräte zurücknehmen. "Eine gesetzliche Verpflichtung wäre daher eigentlich überflüssig gewesen", sagte Falk. Er hält eine Entsorgung über die geplante Wertstofftonne für besser: "Die Recyclingwirtschaft sollte hierfür die technologischen Voraussetzungen schaffen."

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