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StartseiteBüchermarktDie "Spiegel"-Bestsellerliste im März16.03.2017

SachbuchDie "Spiegel"-Bestsellerliste im März

Im März hat die "Spiegel"-Bestsellerliste einiges zu bieten: Einen rebellischen Mönch, Einblicke in das Seelenleben der Tiere, medizinische Wunder und einen australischen Pinguin, der dafür sorgt, dass eine Familie wieder zueinander findet.

Von Fabian Elsäßer

Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch Kalenderwoche 11 und Fabian Elsäßer (Deutschlandradio, Jelina Berzkalns)
Luther ist in der "Spiegel"-Bestsellerliste gleich zweimal vertreten. (Deutschlandradio, Jelina Berzkalns)
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Peter Wohlleben: "Das Seelenleben der Tiere" Tiere sind auch nur Menschen

Bestseller "Penguin Bloom" Leicht kitschig und doch wunderbar

Die Top Ten ist thematisch bunt gemischt: Es geht um Bäume und Tiere, um Zukunftsvisionen und um Geistesgrößen der Vergangenheit. Und zwar gleich zwei Mal um Martin Luther und seine Zeit.

Platz 10:
Christian Nürnberger/ Petra Gerster: "Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten" (Vorwoche: 7)

Das Autorenpaar fasst Luthers hinlänglich bekannte Lebensgeschichte knapp und verständlich zusammen und stellt den ein oder anderen interessanten Bezug zu späteren Epochen her. Interessanteste These: Luther habe 400 Jahre vor Freud das "Es" entdeckt.

Platz 9:
Heinz Schilling: "1517" (VW: 11)

Der Historiker will den seiner Meinung nach eurozentrierten Gedanken überwinden, dass die Neuzeit mit Luther beginnt. Schilling lenkt daher den Blick nach Oberitalien, Lateinamerika und China, immer um den Beginn der Reformation um das Jahr 1517 herum. Kein "Page-Turner", aber hochkompetent und lehrreich.

Platz 8:
Peter Wohlleben: "Das Seelenleben der Tiere" (VW 10)

Der neue Brehm wird er mit seinen Betrachtungen vielleicht nicht werden, unterhaltsam und einleuchtend sind die teils subjektiven, teils empirisch belegten Gedanken des Försters und Bestseller-Autors (siehe Platz 4) über Tiere und deren Gefühle aber allemal.

Platz 7:
Michail Gorbatschow: "Kommt endlich zur Vernunft – nie wieder Krieg!" (VW 8)

Titel und Untertitel beschreiben den Inhalt zur Genüge. Der zur Red Bull gehörende Benevento-Verlag setzt damit die "Appell"-Reihe fort, in der auch schon der Dalai Lama zu Wort kam.

Platz 6:
Yuval Noah Harari: "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (VW 6)

Wäre dies ein Roman, wäre einem wohler. Hararis faktenstarker Blick auf die nicht ganz so ferne Zukunft ist bedrückend: Wir werden 150 Jahre alt und auf dem Weg dahin von immer neuen Technologien überrollt. Auf uns warten ungeahnte Dimensionen von Fremdbestimmtheit.

Platz 5:
Andrea Wulf: "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" (VW 5)

Von den 150 Seiten Anhang darf sich niemand abschrecken lassen. Historikerin Andrea Wulf schreibt über von Humboldts Forschungsreisen so plastisch, als wäre sie dabei gewesen. Ebenso detailliert schildert sie seine rastlose Lebensgeschichte. Ohne Einschränkung empfehlenswert!

Platz 4:
Peter Wohlleben: "Das geheime Leben der Bäume" (VW 4)

Dieses Buch hat den querdenkenden Förster aus der Eifel berühmt gemacht und ist ein echter Langstreckenverkäufer. Wohllebens Hang zur Vermenschlichung unserer hölzernen Freunde ("Stadtbäume sind wie Straßenkinder") ist mitunter etwas ermüdend, die Dringlichkeit seiner Botschaft aber unbestritten.

Platz 3:
Cameron Bloom: "Penguin Bloom. Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete" (VW 3)

Die querschnittsgelähmte Frau des Fotografen Cameron Bloom schöpft neuen Lebensmut, als die Familie eine verletzte australische Elster aufpäppelt und wieder in die Freiheit entlässt. Blooms Gruppenbilder mit Vogel sind anrührend, die Begleittexte aber manchmal rührselig.

Platz 2:
Roger Willemsen: "Wer wir waren" (VW 2)

Das unvollendete Vermächtnis eines wachen Gegenwartsbeobachters, der zu früh gegangen ist. Aus der Zukunftsperspektive skizziert Willemsen die Verfehlungen unserer Zeit. Was bleibt, ist zaghafter Optimismus.

Platz 1:
Eckhart von Hirschhausen: "Wunder wirken Wunder" (VW 1)

Es geht ihm wie Phil Collins in den 90er-Jahren: Seine Omnipräsenz lässt einen vergessen, was er eigentlich kann. Zum Beispiel sehr vergnüglich medizinische Irrtümer aufdecken und den Zusammenhang zwischen Glaube und Heilung herstellen. Ein Muss für Hypochonder.

 

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