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StartseiteVerbrauchertippWie man Bettwanzen erkennt und wieder los wird14.06.2018

Schädlings-RückkehrWie man Bettwanzen erkennt und wieder los wird

Bettwanzen waren in Deutschland nahezu ausgerottet, doch jetzt sind sie wieder da. Weltreisende bringen sie unfreiwillig aus dem Urlaub mit. Sind sie einmal in der Wohnung, wird man sie schwer wieder los. Doch es gibt Mittel und Wege, den Blutsaugern beizukommen.

Von Susanne Lettenbauer

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Eine Bettwanze (imago/blickwinkel)
Ob ein Zimmer von Bettwanzen befallen ist, kann man recht schnell erkennen, wenn man die Matratze anhebt (imago/blickwinkel)
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"Da, das sind sie, das da."

Zuerst wurde Hubert Spindler auf die schwarzen, kleinen Flecken an der Wand aufmerksam - die typischen Spuren von Bettwanzen:

"Da sieht man so Kotspuren, das sind so Spritzer wie aus einem Füller. Das sind so schwarze Pünktchen, eins bis drei Millimeter groß und das ist da, wo sie hinmachen." 

Zimmerbefall schnell erkennbar

Spindler betreibt eine Almhütte in der Nähe von Oberammergau. Viel Holz, viele Ritzen und Spalten, ein Eldorado für Bettwanzen. Erwachsene Tiere sind mit bloßem Auge gut zu erkennen, sie ähneln Zecken. Die Eier hingegen sind winzig. Wanderer und Übernachtungsgäste hatten die Tiere ungewollt mit ihrem Gepäck von anderen Hotels oder Hütten mitgebracht. Einfach nur gründlich putzen hilft dagegen nämlich nicht.

"Das wissen ja viele nicht. Die Bettwanzen sind nicht in den Betten. Die sind in der Wandvertäfelung waren sie bei uns, bei anderen waren sie in der Steckdose, in der Fußbodenleiste. Die kommen in der Nacht auf Besuch, holen sich das Blut und gehen wieder. "

Ein halbes Jahr lang bekämpften Hüttenwirt Spindler und Kammerjäger Stefan Biebl erfolgreich das hartnäckige Ungeziefer mit Gas und Frost. Damit das Haus wanzenfrei bleibt, sollen Gepäckstücke wie Rucksäcke künftig nicht mehr in der Nähe des Bettes oder an Wänden stehen, sondern in einem extra Raum. Oder das Gepäck wird nachts in einem verschließbaren Sack aufbewahrt, rät Spindler. In Hotels, gerade im Ausland, sollten Reisende am besten den Kofferständer benutzen und Wäsche nicht aufs Bett legen, sondern im Schrank aufbewahren. Ob ein Zimmer befallen ist, kann man recht schnell erkennen, wenn man die Matratze anhebt:

"Wenn man welche sieht, es bitte dem Wirt sagen, das braucht einem nicht peinlich sein. Das ist kein Hygieneproblem, sondern ein Mitbringsel von anderen Leuten. Dem Wirt, sie sollen sich darum kümmern und zu Hause gleich alles waschen und einfrieren."

Hüttenschlafsack und kleinere Wäsche in die Mikrowelle

Das Gute: Bettwanzen übertragen keine Krankheiten, sind also harmlos. Das Unangenehme: Sie saugen Blut, erkennbar an zwei kleinen roten Punkten nebeneinander, die sehr unangenehm jucken können. Hüttenwirt Spindler rät seinen Gästen, ihren Hüttenschlafsack und kleinere Wäsche auf Reisen zwischendurch in der Mikrowelle zu erhitzen. Das tötet die Wanzen und Eier ab. Zu Hause, nach der Reise sollten die gesamten Klamotten möglichst bald bei 60 Grad gewaschen oder eingefroren werden. Denn wenn die Bettwanzen sich erstmal in der Wohnung eingenistet haben, vermehren sie sich rasch, erklärt Schädlingsbekämpfer Stefan Biebl. Und eine Bekämpfung ist langwierig:

"Also es gibt schon auch wirksame Kälteverfahren, man braucht dazu aber Spezialtechnik, die sehr teuer ist, mit einem Föhn loslegen ist zu wenig, sie braucht ungefähr 55 Grad, eine Stunde, sie braucht eine gewisse Temperatur m abzusterben... Also wenn man die Wanzen direkt erwischt und wegsaugt, dann ist es auch eine Bekämpfung. Man dezimiert sie. Aber sie sind ja schlau und verstecken sich."

Gegen handelsübliche Insektizide sind die Krabbler mittlerweile oft resistent. Insektensprays und -puder aus dem Baumarkt, speziell gegen Bettwanzen können, wenn überhaupt, nur kurzfristig helfen. Denn gegen die Eier sind sie wirkungslos, betont der Schädlingsbekämpfer. Um die Wanzen vollständig loszuwerden, muss man sich deshalb in der Regel professionelle Hilfe holen.

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