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Schlaue Kameras

Stiftung Warentest untersucht Digitalkameras

Von Dieter Nürnberger

Smartphone oder Digitalkamera, das ist hier die Frage.
Smartphone oder Digitalkamera, das ist hier die Frage. (picture alliance / dpa - Oliver Berg)

Digitalkameras werden immer kompakter und flacher, zugleich sind sie immer besser ausgestattet. Schlechte Objektive kann sich offenbar kein namhafter Hersteller mehr erlauben. Groß sind die Unterschiede dagegen bei der Vielseitigkeit.

Lohnt sich der Kauf einer Digitalkamera überhaupt noch in Zeiten, in denen fast jedes Handy über eine eingebaute Kamera verfügt? Die Antwort aus Sicht der Stiftung Warentest ist eindeutig: Ja, es lohnt sich, weil Digitalkameras doch leistungsfähiger und vielseitiger sind als die integrierten Modelle. Warentester Marcus Bautsch.

"Ein ganz entscheidender Vorteil der Digitalkamera ist, dass diese über einen optischen Zoom verfügt, das heißt, man kann je nach Ausschnitt – Porträtaufnahmen, Landschaftsbilder et cetera – das Objektiv einstellen und hat dann wirklich den perfekten Ausschnitt. Deswegen sind Digitalkameras auch nie so flach wie Smartphones, weil diese Objektive immer ein wenig Platz brauchen."

Ein Smartphone zoomt nur rechnerisch und braucht viel Licht für gute Fotos. In dieser Untersuchung wurden die digitalen Kompaktkameras ebenso getestet, wie die immer besser ausgestatteten, etwas größeren, sogenannten Superzoom-Kameras. Der größte Unterschied betrifft tatsächlich das Objektiv. Während bei den Kompakten Zoomfaktoren zwischen 3,9 und 9,6 gemessen wurden, erreichen viele der digitalen Superzoom-Modelle das Doppelte.

"Das bedeutet dann, dass man auch wirklich sehr entfernte Motive ziemlich nah ran holen kann. Allerdings sollte man dann auch darauf achten, dass man eine ruhige Hand hat, beziehungsweise, dass die Kamera einen guten Verwacklungsschutz hat. Damit die Bilder auch scharf werden."

Keine der 26 Digitalkameras in dieser Untersuchung wurde schlecht bewertet. Es gab nur gute oder befriedigende Beurteilungen. Vor allem die Vielseitigkeit der Kameras sorgt für den Unterschied. Marcus Bautsch.

"Das spiegelt sich dann beispielsweise in unterschiedlich großen Monitoren wieder. Die Sucher sind inzwischen fast vollständig eingespart worden. Bei den kleinen Kompakten findet man das inzwischen gar nicht mehr. Die Videofunktion ist sehr unterschiedlich ausgestattet, manchmal sind die Filme fast schon fernsehtauglich, manchmal auch regelrecht erbärmlich. Und der Ton lässt meistens auch zu wünschen übrig."

Einige Digitalkameras können inzwischen sogar kabellos kommunizieren, sie haben ein WLAN-Modul integriert. Das macht den Datenaustausch komfortabler.

"Man kann die Kamera von einem Smartphone aus fernsteuern. Oder man kann sogar die Daten direkt von der Kamera auf den Fernseher übertragen – und sich dann mit der ganzen Familie ansehen."

Die Stiftung Warentest betrachtet solche Neuerungen als hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Vor allem, wenn sich die Hersteller solche Funktionen mit einem Aufpreis von rund 50 Euro bezahlen lassen. Die Sieger lagen in dieser Untersuchung eng beieinander. Kompaktkameras kosten zwischen 80 und 260 Euro, jene mit Superzoom zwischen 200 und 330 Euro.

"Bei den extraflachen Kameras würden wir die 'Sony Cyber-shot DCS WX70' empfehlen. Die hat einen ganz hervorragenden Verwacklungsschutz und bietet einen berührungsempfindlichen Monitor. Bei den Superzoom-Kameras heißt der Testsieger 'Canon PowerShot SX260'. Die ist sehr gut ausgestattet, man muss allerdings rund 250 Euro dafür bezahlen. Sie hat einen riesigen Zoombereich und man kann alles manuell einstellen."

Und noch eine Empfehlung: Wer auf Schnappschüsse steht, ist mit der "Panasonic Lumix SZ1" bestens beraten. Denn die schnellste Kamera in dieser Untersuchung braucht für ein Motiv in zehn Metern Entfernung nur 0,05 Sekunden zum Scharfstellen und Auslösen. Perfekt für den Moment – so die Stiftung Warentest.

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