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StartseiteCampus & KarriereSchlecht gelaufen08.01.2008

Schlecht gelaufen

Anklage im Eichstätter Bücherskandal

"Universität wirft tonnenweise historische Bücher auf den Müll!" So lauteten im vergangenen Jahr die bundesweiten Schlagzeilen. Die bayerischen Kapuziner hatten der katholischen Universität Eichstätt 1999 rund 350.000 Bücher überlassen. Rund 80 Tonnen dieser Bestände wanderten in den Reißwolf oder verschwanden in Antiquariaten. Gestern hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Leiterin der Universitätsbibiliothek erhoben.

Von Susanne Pfaller

Buchseiten (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)
Buchseiten (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

Zu den Aufgaben von Dr. Angelika Reich als Chefin der Unibibliothek gehört es, Büchergeschenke aufzuarbeiten, diese in den Bestand der Universitätsbibliothek Eichstätt zu integrieren, wertvolles Kulturgut von Schund zu trennen und so das wissenschaftliche und finanzielle Vermögen der Universität Eichstätt zu mehren.

Bei der Sichtung der so genannten Kapuzinerbücher scheint da einiges schief gelaufen zu sein. So sieht es zumindest die Ingolstädter Staatsanwaltschaft. Wegen Untreue in fünf Fällen hat sie die Bibliothekschefin angeklagt. Sie muss sich wegen der Entsorgung von 14 - mutmaßlich - wertvollen Büchern verantworten, deren Vernichtung oder Verkauf auf Kosten der Universität Eichstätt ging. Ob das auch das Landgericht so sieht, wird sich wohl erst im Sommer zeigen.

Schon morgen wird die Universität Eichstätt vor die Presse gehen. Präsident Ruprecht Wimmer wird das Ergebnis einer fachinternen Untersuchung des Bücherskandals präsentieren. Bibliothekschefin Reich wird nicht dabei sein. Um ihren Posten muss sich derzeit noch nicht fürchten. Man wolle erst das Urteil im Strafverfahren abwarten, erklärte heute der Pressesprecher der Hochschule.

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