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Schluss mit dem lahmen und teuren DSL-Anschluss

Ein Wechsel kann sich auszahlen

Von Christoph Overkott

Ein DSL-Tarifwechsel kann sich auszahlen
Ein DSL-Tarifwechsel kann sich auszahlen (picture alliance / dpa - Michael Reichel)

Viele Internetnutzer zahlen für ihren DSL-Anschluss zuviel. Einerseits purzeln die Preise, andererseits steigt die Leistung. Schon locken Angebote mit 50 Megabit pro Sekunde. Mehr Leistung gibt es teils sogar für weniger Geld.

Schneller surfen und sparen – das können nur Kunden, die ihren Vertrag im Blick haben. Denn die meisten Kunden haben sich für zwei Jahre gebunden. Diese Bindung lohnt sich häufig. Der erste Vertragsabschluss wird nämlich oft mit satten Rabatten belohnt. Für die Verlängerung oder Aufwertung des Vertrages gibt es dagegen meist keinen weiteren Rabatt. Der Vertrag verlängert sich in der Regel für ein Jahr, wenn der Kunde nicht fristgerecht kündigt. Bei Ablauf eines Vertrages sollten Kunden auch überlegen, ob sie mehr Leistung brauchen - hierfür gibt es immer wieder neue Angebote. Der größte Anbieter etwa plant derzeit die Gigabit-Leitung für Privatkunden. Die Technik dafür heißt Vectoring. Schon die Vorläufertechnik VDSL verspricht einen enormen Geschwindigkeitsschub, erklärt Festnetz-Experte Philipp Blank von der Telekom.

"Bis dato gibt es bereits die VDSL-Anschlüsse, die Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde bieten. Auch das ist schon sehr schnelles Surfen. Wir sehen auch da, dass immer mehr Kunden dahin wechseln, weil viele Videoübertragungen brauchen höhere Datenübertragungen. Dann haben wir in Haushalten häufig parallel mehrere Rechner, die laufen. Fernseher laufen zum Teil über das Internet. All das braucht ein schnelles Datenvolumen, eine schnelle Datenübertragung."

50 Megabit, 16 Megabit, 6 Megabit – das alles klingt schnell, ist aber meist um ein Drittel langsamer. Die Anbieter sichern sich damit ab, dass sie die Spitzenleistung nicht als Dauerzustand versprechen. Tatsächlich bekommen Kunden im Durchschnitt 33 Megabit, 11 Megabit oder 4 Megabit. Eine höhere Bandbreite bedeutet meist einen Technikwechsel. Der Internetzugang erfordert also ein neues Verbindungsgerät.

"Sie brauchen dafür einen speziellen Router. Dieser Router muss ausgetauscht werden. Das wird bei 'Vectoring' auch der Fall sein. Und da empfiehlt sich, zum Teil vielleicht auf Mietlösungen zu gehen und keinen Router zu kaufen, weil man weiß, dass man in naher Zukunft schon wieder wechseln möchte."

Konkurrenten der Telekom verschenken die Router zum Teil, verlangen nur die Versandkosten. Überhaupt lohnt es sich, die unterschiedlichen Internetangebote zu vergleichen. Wer etwa bisher für DSL mit 16 Megabit noch 45 Euro pro Monat zahlt und zu VDSL mit 50 Megabit für 35 Euro wechselt, surft nicht nur dreimal so schnell, sondern auch billiger. Nicht immer ist ein Wechsel möglich oder problemlos. Zunächst einmal sollte man die Verfügbarkeit prüfen und welche oder auch wie viele Telefonnummern angeboten werden. Zudem wollen Anbieter ihre Kunden manchmal nicht ziehen lassen. Kunden können aber nicht nur kündigen, sondern auch einen irrtümlichen Tarifwechsel stornieren. Bianca Skutnik vom Verbraucherzentrale Bundesverband verweist auf ein aktuelles Urteil:

"Ein Tarifwechsel, sofern es inhaltlich um eine Änderung wesentlicher Vertragsinhalte handelt, beispielsweise: die Leistung verändert sich, es gibt eine neue Mindestvertragslaufzeit, ein neuer Preis, dann sind wir der Ansicht, dass man solch einen Wechsel widerrufen kann, also stornieren kann."

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