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StartseiteVerbrauchertippFalsche Einträge können schwerwiegende Folgen haben02.12.2016

SchufaFalsche Einträge können schwerwiegende Folgen haben

Ein negativer Eintrag bei der Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kann weitreichende Folgen haben. Vor Vertragsabschluss fragen nicht nur Vermieter und Banken regelmäßig Daten zur Kreditwürdigkeit ab. Falsche oder veraltete Einträge sollten deshalb per Selbstauskunft kontrolliert und ihre Löschung beantragt werden.

Von Hilde Braun

 "Schufa-Auskunft hier erhältlich", steht an der Scheibe eines Kreditinstitutes, das Kleinkredite an Privatkunden vergibt.  (picture alliance / Wolfram Steinberg)
Wer wissen will, welche Einträge die Schufa gespeichert hat, sollte sich eine kostenlose Selbstauskunft besorgen. (picture alliance / Wolfram Steinberg)
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Bei praktisch jeder Kontoeröffnung legen die Bankmitarbeiter dem neuen Kunden die Schufaklausel zur Unterschrift vor. Aber auch Bausparkassen, Versicherungen, Versandhandelsunternehmen, Leasinggesellschaften, Kaufhäuser, Telekommunikationsunternehmen fragen inzwischen regelmäßig vor Vertragsabschluss Daten zur Kreditwürdigkeit ab.

Wer wissen will, wo er steht, sollte sich eine kostenlose Selbstauskunft besorgen. Die gibt es einmal im Jahr gratis, aber Achtung: Auf der Internetseite der Schufa wird man schnell auf eine kostenpflichtige Selbstauskunft geleitet. Kay Bieker ist Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Berechtigte Einträge sind natürlich dann da, wenn ich eine Forderung nicht gezahlt habe, die definitiv besteht, wenn das Unternehmen mich angemahnt hat, ich trotzdem nicht gezahlt habe, dann darf das Unternehmen das der Schufa melden und dann steht das als negatives Merkmal auch in der Schufa."

Schufa vergibt einen Scorewert zwischen 5 und 100 Prozent

Beim Prognoseverfahren der Schufa wird nicht der einzelne Kunde nach persönlichen Daten bewertet, sondern nach dem statistischen Risiko eines Kreditausfalls bei einer Vergleichsgruppe. Die Schufa vergibt eine Punktezahl, einen Scorewert: 100 Prozent wäre eine perfekte Score und 5 Prozent der Minimumscore.

Einkommen oder feste Arbeitsstelle spielen keine Rolle, weil die Schufa diese Daten nicht sammeln darf. Dafür wird aber beispielsweise der Wohnort bewertet oder auch Wohnortwechsel. Hier sollte man genau hinschauen, sagt Reinhard Sappok, Schuldnerberater von der Schulnderhilfe gGmbH in Essen:

"Sind beispielsweise frühere Anschriften eingetragen, unter denen man nie gewohnt hat, dann kann es eine Verwechslung sein, dass eine Person mit gleichem Namen einem zugeordnet wurde, das entsprechend Einträge bei der Schufa zugeordnet sind, die gar nicht richtig für mich sind."

Löschung falscher Einträge kann langwierig sein

Dann sollten Kunden die Schufa anschreiben und eine Korrektur beziehungsweise Löschung verlangen. Das gilt grundsätzlich für falsche Einträge. Diese loszuwerden, ist allerdings kompliziert. Kay Bieker:

"Erst mal kriege ich das gar nicht mit, und dann geht’s los: Wie kriege ich das raus aus der Schufa, ich habe einerseits die Möglichkeit, mich bei der Schufa selber zu melden, die Schufa fragt dann in der Regel bei ihren Mitgliedsunternehmen nach und sperrt diese Daten erst mal. Die Schufa sagt aber auch: Wir nehmen hier nur Meldungen entgegen, ihr Vertragspartner, an den müssen sie sich wenden, dass der diese Meldungen auch korrigiert."

Bis die Daten dann gelöscht sind, ist deshalb oft ein langer Weg. Hier sollte man zweigleisig fahren und sich am besten sofort gleichzeitig sowohl an die Schufa wenden, wie auch an den Vertragspartner wie zum Beispiel eine Bank oder Versicherung. Denn der übermittelt ja die Daten an die Schufa:

"Bei falschen Einträgen in der Schufa immer schriftlich machen das Ganze, damit es eben auch nachvollziehbar ist, schlimmstenfalls muss man ja vor Gericht ziehen."

Nach Ablauf der Fristen muss die Schufa die Daten automatisch löschen

Korrekte Daten, die die Schufa sammelt, wie zum Beispiel die Aufnahme eines Kredites, speichert sie und zwar lange: Kredite bleiben bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung gespeichert. Bei einer Privatinsolvenz geht fast ein Jahrzehnt ins Land, bis die Schufa wieder "sauber" ist, Reinhard Sappok:

"Das heißt, nicht mit der Beantragung der Verbraucherinsolvenz wird die Schufa bereinigt, sondern die Schufa hat das Recht, diese Auskunft erst drei Jahre später zu befreien."

Nach Ablauf der Fristen muss die Schufa die Daten zwar eigentlich automatisch löschen, in der Praxis klappt das aber nicht immer. Kunden sollten das vorsichtshalber kontrollieren. Und gegebenenfalls das Löschen der veralteten Daten verlangen.

 

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