Das Feature / Archiv /

 

Schumanns Violinkonzert

Geschichte einer Uraufführung

Von Ulrike Bajohr

Der Komponist Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Zeichnung (AP Archiv)
Der Komponist Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Zeichnung (AP Archiv)

Am 26. Oktober 1937 tagt die Reichskulturkammer mit besonderem Pomp: Auf dem Programm steht die Welturaufführung eines Konzerts, das zu diesem Zeitpunkt 84 Jahre alt ist: Das einzige Violinkonzert Robert Schumanns. Vollendet hat es der Komponist im Oktober 1853.

Damals war er Musikdirektor in Düsseldorf und guter Hoffnung, das Stück sogleich zu hören. Aber das Düsseldorfer Konzertkomitee nahm es vom Programm.

Auch ein zweiter Versuch schlug fehl – Schumanns Freund, der Geiger Joseph Joachim, kam mit dem Werk nicht zurecht. Im März 1854 wurde Schumann geistig verwirrt in die Heilanstalt Endenich eingewiesen. Von da an galt das Werk als die Komposition eines Irren.

Clara Schumann verweigerte schließlich den Druck der Partitur. Nach Claras Tod ging der Autograf in den Besitz Joseph Joachims über und dessen Sohn verfügte schließlich: Das Konzert soll frühestens im Jahre 1956 uraufgeführt werden. Doch den Nationalsozialisten fehlte ein romantisches Violinkonzert, nachdem sie die Werke Mendelssohns als jüdisch unbrauchbar erklärt hatten.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

Bosnien und HerzegowinaDas Plenum von Tuzla

Demonstranten stürmen ein Regierungsgebäude in Tuzla am 7.2.2014. (AFP / Elvis Barukcic)

Im Februar 2014 gingen in Bosnien und Herzegowina Arbeiter, Rentner und Arbeitslose auf die Straße, um gegen Armut und Korruption zu protestieren. Der bosnische Frühling begann in der ostbosnischen Stadt Tuzla und griff schnell auf das ganze Land über. Tagelang demonstrierten Tausende verbitterter Menschen.

MäzeneDas Kultur-Business

Goldene Bilderrahmen hängen an einer Wand. (picture alliance / Daniel Kalker )

Kunstwerke, Bücher und andere Artefakte zählen normalerweise zu den Werten, die es um jeden Preis zu fördern und zu verteidigen gilt. Entsprechend verehrt werden Verleger, Mäzene und Kunstsammler, die sich mit viel Idealismus, Verve - und nicht zuletzt mit ihrem eigenen Geld - für die schönen Künste in die Bresche werfen.

AbgehängtWie die Krise in das Leben der Franzosen eingreift

Eine französische Flagge weht im Wind.  (imago / Rainer Unkel)

Jeder vierte Franzose unter 25 Jahren ist arbeitslos. Rund fünf Millionen gelten als arm. Und die Armut breitet sich immer mehr aus. In Paris führt ein Obdachloser Interessierte an die Stätten des zunehmenden sozialen Elends. 2013 verteilten die "Resto du coeur" mehr als 130 Millionen kostenlose Mahlzeiten.