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StartseiteNachrichten vertieftKurseinbruch an Asiens Börsen 04.01.2016

Schwächere Konjunktur und politische SpannungenKurseinbruch an Asiens Börsen

Es ist der erste Handelstag des Jahres. Und er hat den Aktienhändlern gleich zu Beginn die Neujahrslaune gründlich verdorben. In China musste der Handel sogar ausgesetzt werden. Was war geschehen?

Von Dimi Breuch

Talfahrt an Chinas Börsen zum Jahresauftakt. (dpa / picture alliance / Imaginechina)
Talfahrt an Chinas Börsen zum Jahresauftakt. (dpa / picture alliance / Imaginechina)
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Um fast 3,4 Prozent gibt das deutsche Kursbarometer gleich zum Handelsauftakt auf 10.381 Zähler nach. Das war der tiefste Stand seit knapp drei Wochen. Und auch am Mittag war keine Erholung absehbar. Zuvor hatte bereits der Nikkei deutlich im Minus geschlossen. Grund sind vor allem schlechte Nachrichten aus China.

Den Verlusten in Deutschland und Europa war ein Kurssturz der großen Aktienindizes in China um rund 7 Prozent vorangegangen. Dies war unter anderem eine Reaktion auf schwache Daten zur verarbeitenden Industrie in dem Land. Zudem wurden die Anleger dadurch verunsichert, dass Stützungsmaßnahmen für den Aktienmarkt bald auslaufen sollen. So ist es Anteilseignern, die mehr als fünf Prozent eines Unternehmens besitzen, seit Juli vergangenen Jahres verboten, ihre Aktien zu verkaufen. Dieses Verbot endet nun aber am kommenden Freitag.

Außerdem wertete Peking heute die eigene Währung gegenüber dem Dollar ab. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 6,5032 Yuan zu einem Dollar fest. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren war das Verhältnis damit schwächer als 6,5 Yuan zu einem Dollar. Auf die Stimmung gedrückt haben dürfte darüber hinaus der eskalierende Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Zwar droht angesichts des weltweiten Überangebots derzeit kein wieder deutlich ansteigender Ölpreis. Börsianer aber schätzen stabile sowie kalkulierbare Situationen und reagieren sensibel auf Krisen und andere politische Unwägbarkeiten.

Frühzeitiger Handelsschluss

Schließlich wurde der Handel an den wichtigsten chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen ausgesetzt. Weil der beide Börsenplätze abdeckende Aktienindex CSI3000 um sieben Prozent einbrach, griff ein neuer Mechanismus, der für diesen Fall einen Handelsstopp für den Rest des Tages vorsieht. Eine Pause von 15 Minuten hatte zuvor keine Beruhigung an den Märkten gebracht.

Beim verfrühten Handelsschluss am Montag stand der Leitindex der Shanghaier Börse 6,86 Prozent im Minus bei 3296,26 Punkten. In Shenzhen betrug das Minus 8,22 Prozent, der Leitindex schloss bei 2119,16 Punkten.

Beeinflusst von der Entwicklung schloss auch die Börse in Tokio deutlich im Minus. Der Nikkei-Index verlor 3,06 Prozent und lag zu Handelsschluss bei 18.450,98 Punkten.

In der Folge stellte sich also am Morgen auch beim Blick auf die wichtigsten deutschen Börsenindizes Ernüchterung ein: So gaben sämtliche Dax-Titel nach. Mit überwiegend roten Notierungen präsentierten sich auch die Mitglieder von MDax, TexDax und SDax.

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