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Schwerpunktthema: Das wissenschaftliche Prekariat

Von festen Arbeitsverträgen können die meisten Nachwuchsforscher nur träumen

Moderation: Manfred Götzke

Nahaufnahme eines Mikroskop-Objektivs
Nahaufnahme eines Mikroskop-Objektivs (Stock.XCHNG - Eugene Z)

Was in der ach so rauen freien Wirtschaft undenkbar wäre, ist in der Wissenschaft Standard: der Fristvertrag. Unglaubliche 84 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter sind befristet angestellt.

Während in der Wirtschaft Befristungen nach zwei Jahren in Festanstellungen übergehen müssen, dürfen Hochschulen ihre Mitarbeiter bis zu zwölf Jahre mit Fristverträgen abspeisen. So werden aus Nachwuchsforschern mittelalte, die es mit über 40 schwer haben, in der Wirtschaft Fuß zu fassen.

So war das nicht gedacht, als vor genau fünf Jahren das Wissenschaftszeitvertragsgesetz in Kraft getreten ist. Es sollte Nachwuchswissenschaftlern den Einstieg in die Wissenschaft ermöglichen und Hochschulen Gestaltungsspielraum geben. Weil die sich aber immer stärker durch befristete Drittmittel finanzieren, hat der "befristete Billigwissenschaftler" den Professor fast schon verdrängt. Schließlich gehen Hochschulen durch Zeitverträge nicht nur langfristigen Bindungen aus dem Weg – die Forscher auf Zeit sind auch erheblich billiger und dürfen sich laut Gesetz nicht einmal zusammenschließen, um bessere Konditionen zu verhandeln.

PISAplus fragt nach: Ist das Wissenschaftszeitvertragsgesetz von unterfinanzierten Hochschulen missbraucht worden? Warum scheuen sie sogar, erfolgreiche Drittmittelwerber dauerhaft einzustellen? Wie stark leiden Forschung und Lehre unter der Prekarisierung? Und: Brauchen wir neue Karrierewege in der Wissenschaft?

Eine Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon 00800 – 44 64 44 64 oder per Mail an pisaplus@dradio.de

Gesprächsgäste waren:

- Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz für Personalstrukturen

- Stefan Kaufmann, Bundestagsabgeordneter und Hochschulexperte der CDU

- Andreas Keller, Hochschulexperte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

- Matthias Burchard, Anthropologe an der Uni Köln, lange befristet angestellt, heute akademischer Rat

Als Beiträge dazu:

Lars Krupp: Forschen auf Zeit
Wie gehen betroffene Wissenschaftler mit dem Befristungsproblem um?

Swantje Unterberg: Warum Forschung?
Umfrage unter befristet angestellten Wissenschaftler in Hamburg

Außerdem sind Kurzmeldungen aus der Bildungswelt geplant

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