• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 07:05 Uhr Information und Musik
StartseiteSport AktuellFanforscher wechselt zur FIFA06.10.2014

SeitenwechselFanforscher wechselt zur FIFA

Zwei Jahrzehnte lang hat Gerd Dembowski als Journalist und Sozialwissenschaftler die Verbände des Fußballs kritisiert. Nun wechselt er als Antidiskriminierungsbeauftragter zum Weltverband FIFA. Ein radikaler Seitenwechsel.

Von Erik Eggers

Sepp Blatter während einer Gala am Redepult (Patrick Seeger, dpa picture-alliance)
FIFA-Chef Sepp Blatter holt sich einen seiner schärfsten Kritiker in die Zürcher Verbandszentrale. (Patrick Seeger, dpa picture-alliance)
Weiterführende Information

FIFA - Sepp Blatter macht's noch mal
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 25.09.2014)

Fussball-WM in Brasilien - Zwanziger: Keine Alternative zu Blatter
(Deutschlandfunk, Interview der Woche, 13.07.2014)

FIFA - Neue Vorwürfe gegen Blatter
(Deutschlandfunk, Sport Aktuell, 20.06.2014)

Im Januar 2013 hat der Fanforscher Gerd Dembowski den Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA, Sepp Blatter, als "dämlich" bezeichnet. Blatter hatte zuvor moniert, dass Kevin-Prince Boateng, damals noch in Diensten des AC Mailand stehend, und sein Team nach rassistischen Beleidigungen ein Testspiel abgebrochen hatten. Dembowski kritisierte daraufhin scharf die "Symbolpolitik" der FIFA, bei Blatter seien viele Reden nur schöner Schein. Im Weltverband fehle es, so Dembowski, an der "antidiskriminierenden Entwicklungsarbeit".

21 Monate später sieht es so aus, als habe die FIFA sich die Kritik zu Herzen genommen. Jedenfalls hat der Weltverband nun Dembowski als "Corporate Social Responsibility Programme Manager (for Equality and Anti-Discrimination)" engagiert. Der deutsche Sozialwissenschaftler fungiert also fortan als eine Art "Anti-Diskriminierungsbeauftragter" in der Zürcher Verbandszentrale.

Anwalt der Fans wechselt die Seiten

Dieser Seitenwechsel dürfte in der Fanszene auf Argwohn stoßen. Galt Dembowski doch in den letzten 20 Jahren als politisch motivierter Journalist und Wissenschaftler. Die Ausstellung "Tatort Stadion", die er 2001 im Auftrag des Fanbündnisses BAFF kuratierte, sorgte für einen Skandal, weil sich der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder in dieser Schau als Rassist diffamiert fühlte. Auch in seinem letzten Job an der Universität Hannover, wo er über Fankulturen forschte, verstand er sich als Anwalt der Fans. Er selbst deklariert die letzten 20 Jahre als "Aktivismus und Wissenschaft".

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk