Verbrauchertipp /

Selber sparen für die Rente

Welche Produkte für die private Altersvorsorge zu empfehlen sind

Von Philip Banse

Wer im Alter gut leben wolle, brauche 80 Prozent des letzten Nettogehalts, sagt Franz-Josef Tenhagen, Chefredakteur von "Finanztest".
Wer im Alter gut leben wolle, brauche 80 Prozent des letzten Nettogehalts, sagt Franz-Josef Tenhagen, Chefredakteur von "Finanztest". (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

Wer im Alter gut leben will, braucht etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts. Die gesetzliche Rente deckt das nicht ab. Mit welchen Finanzprodukten man diese Lücke schließen kann, muss im Einzelfall geprüft werden.

Wer im Alter gut leben wolle, brauche 80 Prozent des letzten Nettogehalts, sagt Franz-Josef Tenhagen, Chefredakteur von "Finanztest". Fast jeder, der sich allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlasse, werde bei Renteneintritt eine Lücke feststellen:

"Weil die Reformen der gesetzlichen Rente immer darauf gezielt haben, dass die Leute im Alter ein bisschen weniger Geld als Rente bekommen, als diejenigen, die fünf oder zehn Jahre früher in Rente gegangen sind. Von daher ist es hochwahrscheinlich, dass sie eine haben."

Wer diese Lücke schließen will und rentenversicherungspflichtig ist, solle sich als erster Riester-Produkte ansehen, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Denn wer per Riester-Vertrag zusätzlich für das Alter vorsorgt, bekommt Geld vom Staat dazu. Besonders attraktiv: Alle eigenen Beiträge und die Zuschüsse sind bei Riester-Verträgen garantiert, mindestens sie müssen also bei Renteneintritt ausgezahlt werden.

"Ob es sich lohnt, muss man dann im Einzelfall gucken. Es gibt bei Riester ja verschiedene Förderkomponenten. Wir haben zum einen die Zulagen, das heißt die Zulage für den Vertragsinhaber selber, die dann möglicherweise ergänzt wird um Kinderzulagen. Das kann insbesondere auch für Geringverdiener interessant sein. Wir haben aber auch noch eine zweite Komponente, den Sonderausgaben-Abzug. Und der kann beispielsweise für ledige Gutverdiener interessant sein."

Sonderausgaben-Abzug meint: Bis zu 2100 Euro können jährlich vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Die staatliche Riester-Förderung gibt es für verschiedene Vorsorge-Produkte. Ältere Menschen, die nicht mehr viel riskieren wollen, sollten einen Riester-Banksparplan wählen, rät die Verbraucherzentrale NRW: Monatliche Einzahlungen, mit sicherer, aber eben geringer Rendite.

"Jüngere ist eher zu überlegen, ob sie einen Riester-Fondssparplan machen, wenn sie tatsächlich nur Riester-Sparen wollen, oder ob sie einen Banksparplan machen oder ob sie nicht sofort zum Riester-Bausparen greifen, wenn eine Immobilie für sie als Lebenstraum noch dabei ist. Denn im Moment ist eine Riester-Baumfinanzierung das ist, was sich am meisten lohnt – wenn man denn eine eigene Immobilie als Ziel hat."

Sagt Franz-Josef Tenhagen von "Finanztest". Eine Alternative oder Ergänzung zur Riester-Rente ist die betriebliche Altersvorsorge. Dabei können die Beiträge nur vom Arbeitgeber, nur vom Arbeitnehmer oder von beiden gezahlt werden. Arbeitnehmer haben dabei das Recht, per Entgeltumwandlung einen Teil ihres Lohns oder Gehalts direkt als Beiträge in die Betriebsrente fließen zu lassen. Unter Umständen, sagt "Finanztest", könne eine Betriebsrente attraktiver sein als zu riestern:

"Betriebsrenten haben den Vorteil, dass man Steuern sparen kann und Sozialversicherungsbeiträge beim Einzahlen. Und es wird dann interessant, wenn der Chef, der auch Sozialversicherungsbeiträge zahlt, wenn der diese Ersparnis auf das eigene Altersvorsorge-Konto einzahlt, also auf meine Betriebsrente einzahlt. Dann kann es gut sein, dass so eine Betriebsrente attraktiver ist, aber da muss man eben mit der Geschäftsleitung reden oder mit der Personalstelle, mit dem Betriebsrat und gucken, was gibt es überhaupt für Angebote und wie gut ist das."

Selbstständigen bleibt nur die Rürup-Rente: Der Staat fördert diese Altersvorsorge vor allem durch Steuer-Abschreibungen. Deshalb gilt: Rürup-Rente lohnt sich für Selbstständige, die viel verdienen und viel Steuern zahlen. Natürlich kann man auch fürs Alter sparen ohne Riester-Förderung. Dann verzichtet man auf Zuschüsse, kann mit dem Ersparten im Ruhestand dann aber auch wirklich machen, was man will.

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